|
Archiv
Veranstaltung der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GSFP)
Gerlinde Aumann
Analyse und Reinterpretation psychoanalytischer Begriffe zum Geschlechterverhältnis
Mittwoch, 28. Januar, 18.30, Silberlaube der FU Berlin, Raum J 24/22
aus der Einladung an die Mitglieder der GSFP:
In ihrer Dissertation, die Ende letzten Jahres unter dem Titel "Kritische Psychologie und Psychoanalyse - Historisch-subjektwissenschaftliche Analyse zum Geschlechterverhältnis" im Argument-Verlag erschienen ist, analysiert Gerlinde Aumann vom Standpunkt kritisch-psychologischer Subjektwissenschaft Freuds Schriften zum Geschlechterverhältnis. Sie reinterpretierte die Schriften zur Neurosenlehre und zum Ödipuskomplex. Die Schwierigkeiten und Unbestimmtheiten in den gegenwärtigen Debatten um Sexualität und sexuellen Missbrauch verweisen auf die fortdauernde Aktualität dieser wissenschaftlichen Thematik.
Freuds tendenzielle Reduktion von Geschlecht auf Sexualität hat insbesondere in feministischen Debatten zu breitem Widerstand geführt. Unter Einbezug der historischen Dimension schafft die Autorin eine Grundlage, Freuds Verkehrung des Geschlechterverhältnisses in Sexualität zu überwinden.
Im Vortrag wird Gerlinde Aumann im besonderen die Theorieentwicklung Freuds von der Traumakonzeption hin zur Ödipuskomplextheorie (die sog. "Aufgabe der Verführungstheorie") in den Vordergrund stellen. Erkenntnisbeschränkungen lassen sich bei der Psychoanalyse als einer aus der Praxis heraus entwickelten Theorie im Zusammenhang therapeutenbezogener Funktionalitäten analysieren. Freuds Aussagen zum Verhältnis persönlicher / struktureller und aktueller / vergangener Gewalt werden auf Basis der kritisch-psychologischen Gegenstandsauffassung reinterpretiert.
Einladung im .pdf-Format.
online bis: 29. Januar 2004
|