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Die Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsprojekt Subjektwissenschaftliche Berufspraxis an der FU Berlin lädt ein zum

Colloquium
"Subjektwissenschaftliche Berufspraxis: Anspruch und Wirklichkeit - oder: Zum Verhältnis von Arbeitsbedingungen und Handlungsmöglichkeiten in der psychosozialen Arbeit."

mit: Elisabeth Bott, Ulrike Eichinger und Kristina Köhler

Zeit & Ort:
Samstag, 21. Mai, von 12 bis 16 Uhr
in der "Silberlaube " der FU, Habelschwerdter Alle 45, Raum K 25 / 11

 

Die Konzeption der Praxisforschung der Kritischen Psychologie entstand zur Klärung der Frage, wie in der psychosozialen Tätigkeit Arbeitsbedingungen, theoretische Konzeptionen, subjektive Ansprüche und konkrete Handlungsmöglichkeiten vermittelt sind. Die Brisanz dieser Fragestellung liegt auf der Hand, wenn man in Rechnung stellt, dass die Probleme der "Betroffenen" nur unter Bezug auf Lebensumständen verständlich werden können, deren Beeinflussung allerdings den "Professionellen" weitgehend entzogen ist.

Empirische Praxisforschung bedeutet, dieser Problematik in einzelnen Berufsfeldern bzw. in konkreten institutionellen Anordnungen nachzugehen. Dies haben - am Beispiel einer Krisentelefonberatung - Elisabeth Bott und Kristina Köhler getan: Sie haben ihre eigene Arbeit dort reflektiert und auf dieser Basis andere in diesem Bereich Arbeitende interviewt. Ihre empirische Studie soll vorgestellt und diskutiert werden. Hierbei relevante Problemfelder sind: Subjektive Theorien über den Zusammenhang zwischen individuellen Problemen und gesellschaftlichen Bedingungen; das subjektive Verständnis und bzw. die individuelle Umsetzung von Krisenintervention, die subjektive Bedeutung der institutionellen Bedingungen; die Bedeutung der "Berufserfahrung"; zum Verhältnis von Bedingungsanalyse und "Opferdiskurs".

Wie(weit) diese strukturellen Probleme psychologischer und sozialer Arbeit im Zuge der neoliberalen Formierung sozialer Arbeit verschärft werden, ist Gegenstand des Beitrags von Ulrike Eichinger, die zum Thema "Der (neoliberale) Strukturwandel Sozialer Arbeit aus der subjektiven Perspektive von ArbeitnehmerInnen - die Praxis psychosozialer Arbeit im Spannungsfeld zwischen Ökonomisierung und Ethik" promoviert und Ergebnisse wie offene Fragen ihrer Arbeit zur Diskussion stellen wird. Ihr geht es um die Frage, wie sich der Strukturwandel für die einzelnen ArbeitnehmerInnen konkretisiert, und wie sie die (widersprüchlichen) Herausforderungen bewältigen. Sie will untersuchen ob Begriffe aus der Fachdebatte wie Kundenorientierung, neue Fachlichkeit, Berufsethik verwendet werden und, wenn dies so sein sollte, wie sie (um)interpretiert werden und aus welchen Gründen/Interessen dies für sie funktional/sinnvoll ist.

Ziel unseres Colloquiums ist es, in der Diskussion diese beiden Untersuchungen in Zusammenhang zu bringen und daraus sich ergebende Möglichkeiten zu diskutieren.

 

Die Referentinnen

Elisabeth Bott, Dipl.-Psychologin
     Ausbildung zur Logopädin am Klinikum Marburg
     Psychologiestudium an der FU Berlin
     Praktikum im Berliner Krisendienst Region Mitte
     z.Zt. berufstätig als selbstständige Logopädin
     Dozentinnentätigkeit an der Fachschule für Heilerziehungspflege, Berlin

Ulrike Eichinger, Erzieherin und Dipl.-Sozialarbeiterin
     Studium an der FH Frankfurt.
     Berufstätigkeit in den Bereichen offene Jugendarbeit, berufsbereitende Maßnahmen, Drogenhilfe.
     Seit Okt. 2004 Promotion an der FU Berlin und Stipendiatin Hans-Böckler-Stiftung

Kristina Köhler, Dipl.-Psychologin
    Psychologiestudium an der FU Berlin und der TU Chemnitz
     Praktikum im Berliner Krisendienst Region Nord
     z.Zt. Praktikum im Weglaufhaus Berlin; Lehrbeautragte an der FH in Stendal

 

Mit besten Grüßen
Morus Markard

 

Dokumentation
Elisabeth Bott & Kristina Köhler haben dankenswerter Weise zur Dokumentation sowohl die Grundgedanken ihrer Diplomarbeit als auch den Interviewleitfaden zur Verfügung gestellt.

 

 


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