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Vortrag mit Diskussion und Dokumentarfilm zur japanischen Wohnungslosenbewegung ("Public Blue")

Das Colloquium der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung & Praxis ( GSFP) lädt ein:

Adrian Mengay

 

Kritische Psychologie und die Anerkennungstheorie von Axel Honneth

 

Zeit & Ort: Dienstag, 2. Dezember 2008, 19.00 Uhr
Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

Axel Honneth, Direktor des Instituts für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt/M., steht für eine anerkennungstheoretischen Wende' der Kritischen Theorie. In Honneths Arbeit "Kampf um Anerkennung: zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte" (1992) sieht Adrian Mengay einen Referenzpunkt aktueller Auseinandersetzung im Feminismus (Butler), im Kommunitarismus und bei Umverteilungsdebatten (Fraser). Honneth versteht seine Arbeit als Weiterentwicklung der kritischen Gesellschaftstheorie im Sinne der neueren Frankfurter Schule, wobei er explizit auf soziologische, psychologische und psychoanalytische Theorien zurückgreift.

Adrian Mengay wird in der Veranstaltung der Frage nachgehen, inwieweit Honneths Bezug auf Psychologie und sein Versuch, Kritische Theorie und soziale Konflikte auf die Missachtungserfahrung und das Leiden der Betroffenen zurückzubeziehen, für die Kritische Psychologie und ihre Kategorien der Handlungsfähigkeit und Intersubjektivität theoretisch relevant sind.
Dabei will er zunächst anhand eines von ihm selber (zusammen mit anderen) produzierten Dokumentarfilms zur japanischen Wohnungslosenbewegung ("Public Blue") unter der Perspektive "Missachtungserfahrungen, kollektive Semantiken sozialer Kämpfe und Widerstand" in die Theorie Honneths einführen.

Auf dieser Basis will der Referent folgende These zur Diskussion stellen: Die Kritische Psychologie enthalte, wenn auch unzureichend expliziert, schon die Frage der Anerkennung: Handlungsfähigkeit basiere auf Anerkennungsverhältnissen und der Inklusion in kooperative Gesellschaftsstrukturen, da es ohne die Anerkennung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung (Kritische Psychologie: gesellschaftliche Vermitteltheit der individuellen Existenz; Honneth: Sphären von Solidarität und Recht) kaum Räume für Handlungsfähigkeit gebe. Insofern könne Honneths Anerkennungskonzeption in die Kritische Psychologie integriert werden.

Adrian Mengay studiert Philosphie an der FU Berlin.

Material

 Einladung als PDF

 

 

Neuerscheinungen

Abstrakt negiert ist halb kapiert.
Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft - Morus Markard zum 60. Geburtstag

Hg. Lorenz Huck, Christina Kaindl, Vanessa Lux, Thomas Pappritz, Katrin Reimer, Michael Zander

abstrakt-negiert "Morus Markard, apl. Professor für Psychologie an der FU Berlin und Kritischer Psychologe, arbeitet seit mehr als 30 Jahren kontinuierlich zu Themen wie Einstellung, Erziehung, Autorität und Widerstand, Praxisforschung, Methoden, Identität, Verantwortung und Hochschulpolitik. Dabei geht es ihm nicht nur um die Kritik des Bestehenden, sondern gleichzeitig um die Weiterentwicklung Kritischer Psychologie wie kritischer Wissenschaften. Die Kritik und Weiterentwicklung psychologischer Erkenntnismöglichkeiten ist für ihn dabei auch Versuch, das Mögliche im Wirklichen zu eruieren, und an einer konkreten Negation von entwürdigenden Verhältnissen zu arbeiten: abstrakt negiert ist halb kapiert...

Die Festschrift versammelt Beiträge von Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Generationen zu Praxisverhältnissen, Geschichte der Kritischen Psychologie, Kritik der gegenwärtigen Psychologie und Methodenfragen."
aus dem Klappentext des Buches

Ein Überblick über die Beiträge findet sich im  Flyer des Verlages.

415 S., Preis 22 Euro, BdWi-Verlag, ISBN 978-3-939864-05-9

 

 

Die Gegenwart der Lager.
Zur Mikrophysik der Herrschaft in der deutschen Flüchtlingspolitik

von Tobias Pieper

pieper_2008_lager "Asylsuchende, de facto Flüchtlinge und geduldete MigrantInnen werden seit 1982 in lagerähnlichen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die dezentral über das Bundesgebiet verteilt liegen. Dieses System wird als dezentrales halboffenes Lagersystem gefasst, der Lagerbegriff kritisch diskutiert (Agamben, Goffman, Herbert). Die Einwanderungsgeschichte in die Bundesrepublik Deutschland wird unter dem Gesichtspunkt der Lagerinstallation seit 1945 aufgerollt. Derzeit sind immer noch über 100.000 Menschen davon betroffenen, mit dem "Zuwanderungsgesetz" wurden Ausreiseeinrichtungen (Ausreisezentren/Abschiebelager) zur Forcierung "freiwilliger" Ausreisen als neue Lagerform kodifiziert. Der Einschluss der MigrantInnen in der gesellschaftlichen Exklusion findet weitgehend hinter dem Rücken einer kritischen Öffentlichkeit statt. Diese Forschungsarbeit geht von der Analyse des Sozialraums Lagers aus der Perspektive seiner BewohnerInnen aus und erarbeitet Strukturdimensionen, die diesen analytisch fassbar machen. Es eröffnet sich ein potentiell rechtsfreier Raum, der systematische Menschenrechtsverletzungen produziert. Von raum-, rassismustheoretischen und sicherheitstechnologischen Überlegungen ausgehend wird eine Analyse der politischen, ökonomischen und ideologischen Funktionen das dezentrale Lagersystem erarbeitet. Eingebettet in kritisch-materialistische Theorieansätze wird ein fundierter Begriff des institutionellen Rassismus (Hall, Bourdieu) entworfen. Die Entrechtung von MigrantInnen und deren Einschluss im Lager wird dann in seinen historischen Dimensionen fassbar als wichtiger Regulationsmodus der Einwanderungsbewegungen in die Bundesrepublik Deutschland."
aus dem Klappentext des Buches

ca. 400 Seiten, Preis 29,90 Euro,  Westfälisches Dampfboot, ISBN 978-3-89691-741-6

 

 

Sonderaktion zum Abonnement des Forum Kritische Psychologie!

Seit dem Erscheinen des  Forum Kritische Psychologie 46 gibt es für die Noch-Nicht-AbonnentInnen weiterhin die Chance, sich das (dringend notwendige) Abonnement der Zeitschrift mit einer Prämie versüßen zu lassen: Zu den ersten 300 Abos gibt es den Band von Richard Lichtman Die Produktion des Unbewußten. Die Integration der Psychoanalyse in die marxistische Theorie gratis, aber sicher nicht umsonst, dazu.

Das Jahresabonnement des Forum Kritische Psychologie (FKP) umfasst 2 Ausgaben, kostet 20 Euro, zuzüglich 3 Euro Versandkosten für die Verschickung von beiden Heften. Wer seine FKPs in Zukunft frisch aus dem Briefkasten beziehen möchte, wende sich bitte direkt an die mail Redaktion des FKP.

Ein paar Informationen zur Prämie [Klappentext des Buches]:

Richard Lichtman: Die Produktion des Unbewußten. Die Integration der Psychoanalyse in der marxistischen Theorie. (Argument Verlag 1990, 353 S.).
Die langjährige Debatte um die (Un)Vereinbarkeit der Theorien von Marx und Freud ist, wie das Buch des amerikanischen Philosophen Richard Lichtman auf klare und eindrückliche Weise zeigt, keineswegs abgeschlossen. Im Mittelpunkt seiner Analyse steht die Verbindung zweier verschiedener Konzeptionen des Unbewußten: Marx' Gedanke, dass sich der gesellschaftliche Prozess hinter dem Rücken der Individuen als Herrschaft der vergegenständlichten Objekte vollzieht, wird auf Freuds reformulierte Theorie des individuellen unterdrückten Unbewußten bezogen. Beide Aspekte sind die Seiten einer Medaille. Von daher kann die Befreiung der Individuen nur gelingen, wenn sie nicht vom Prozess der gesellschaftlichen Emanzipation abgekoppelt wird.
"Nur wenige Arbeiten behandeln den Zusammenhang von Marx und Freud auf so klare, provokative und überzeugende Weise ..."
Bertell Ollman, New York University
Richard Lichtman ist Fakultätsmitglied im Department of Philosophy der University of California und lehrt Philosophie am The Wright Institute, Berkeley

 


Ältere Nachrichten und Veranstaltungshinweise sind im linkintern Archiv dokumentiert.

 


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