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Kritische Psychologie

 
   
     





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Das Colloquium der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung & Praxis ( GSFP) lädt ein:

Christina Kaindl und Katia Reinhardt

"Emotionen in Alltag, Beruf und in der (Kritischen) Psychologie"

 

Zeit & Ort: Samstag, 24. Oktober 2009, 16 bis 19 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin  Anfahrt

Angst, Eifersucht, Vorurteile sind besondere Formen des Empfindens, die sich - biographisch ver-mittelt - zumindest partiell der bewussten Kontrolle des Subjekts entziehen. Unterschiedliche psy-chologische Konzepte dazu sind der Wiederholungszwang (im Sinne von Freud), Konditionierung (im Sinne der Lerntheorie), emotionale Schemata (Grawe) und implizites Erinnern (Schacter & Graf). In kritischer Auseinandersetzung mit diesen Konzepten und unter Rückgriff auf Bourdieus Habitus-Begriff will Katia Reinhardt prüfen und zur Diskussion stellen, ob die die kritisch-psychologische Auffassung, dass niemand sich bewusst schaden kann, den beschriebenen Phäno-menen gerecht werden kann.

Der Frage, inwieweit Rolle und Funktion von Emotionen in der Produktionsweise sich in den letz-ten Jahrzehnten gewandelt haben, geht Christina Kaindl nach: Die im Fordismus vorherrschende Unterdrückung und Abspaltung von Emotionen als Herrschaftstechnik verschiebt sich in vielen Bereichen zur Mobilisierung und Instrumentalisierung (bestimmter) Emotionen für die Wertschöp-fung. Parallel wandelt sich auch die Rolle der Emotionen in der traditionellen Psychologie. Der Bei-trag untersucht, inwieweit diese Entwicklungen mit der Kritischen Psychologie zu untersuchen sind oder ob sich Notwendigkeiten für Aktualisierungen ergeben.

 

Dipl.-Psych. Christina Kaindl
promoviert in Politikwissenschaften an der FU Berlin zum Zusammenhang von Neoliberalismus und Rechtsextremismus. Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Das Argument. Schwerpunkt in Fragen des Zusammenhangs von Politik und Wissenschaft, Wissenschaftskritik, Rechtsextremismus, Antifaschismus, Kritische Psychologie.

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Das Colloquium der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung & Praxis ( GSFP) lädt ein:

Renate Schumak & Christian Schultz

Kritische-psychologische Arbeit mit Erwerbslosen - in Widersprüchen um Handlungsfähigkeit kämpfen

 

Zeit & Ort: Freitag, 26. Juni 2009, 18.00 Uhr.
Restaurant „Die Schule“ GLS Campus Berlin, Raum 121, Kastanienallee 82, 10435 Berlin

Es ist seit längerer Zeit bekannt, dass insbesondere längere Erwerbslosigkeit von großer Bedeutung für die psychische Befindlichkeit ist. Allgemein wird inzwischen davon ausgegan-gen, dass das Risiko einer psychischen Erkrankung mit Behandlungsbedarf für Erwerbslose mindestens doppelt so hoch ist wie für Erwerbstätige. Seit 2005 ist dieser Zusammenhang auch in die Gesetzgebung eingegangen. Das SGB II – besser bekannt als Hartz IV - sieht u.a. die Möglichkeit psychosozialer Betreuung für Erwerbslose vor.

Die Solidarische Psychosoziale Hilfe (SPSH) betreibt in Hamburg eine Beratungsstelle, die sich seit über zwanzig Jahren auf den psychologischen Aspekt dieser Betreuung spezialisiert hat und deren Arbeit – auch in der Hamburger Behörde – als vorbildlich gilt. Dass diese Ar-beit sich wesentlich den Positionen der Kritischen Psychologie verpflichtet fühlt, mag dabei etwas erstaunen. Es zeigt aber auch, dass es möglich ist, in der psychologischen Praxis zu arbeiten, ohne deswegen kritisch-psychologische Einsichten hinter sich lassen zu müssen. Im Gegenteil ermöglicht der kritisch-psychologische Standpunkt erst eine Arbeit, die versucht, sich nicht in den Fallstricken von Psychologisierung und Individualisierung zu verheddern und trotzdem die betroffenen Subjekte in ihrer je individuellen Erfahrung ernst zu nehmen. Natürlich bedeutet dies auch, widersprüchliche Anforderungen, unter denen die Betroffenen leiden, als solche zur Sprache zu bringen, um Möglichkeiten eines bewussten Umgangs aus-zuloten, statt sie durch psychologische Tricks zu eliminieren. Zugleich gilt dies auch für die Einrichtung und deren MitarbeiterInnen, die in ähnlicher Weise immer wieder widersprüchli-chen Anforderungen ausgesetzt sind – von Seiten der Behörde, von Seiten einer „aktivieren-den“ Sozialpolitik und von Seiten der Betroffenen.

 

Renate Schumak und Christian Schultz,
die aus ihrer Arbeit berichten, haben die  „Solidarische Psychosoziale Hilfe Hamburg“ (SPSH) mit gegründet und sind Lehrbeauftragte an der Uni Hamburg.

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Das Colloquium der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung & Praxis ( GSFP) lädt ein:

Moritz Thede Eckart

Neuropsychologische Grundlagenforschung
am Beispiel eines Nagermodells zu dopaminergen Prozessen bei sequentiellem Lernen

 

Zeit & Ort: Dienstag, 9. Januar 2009, 19.00 Uhr
Silberlaube Freie Universität Berlin, Raum KL 26/130, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin

Der Titel des Vortrags wird manche überraschen: Was hat denn neuropsychologische Grundlagenforschung mit Kritischer Psychologie zu tun? Um eben diese Frage soll es auch gehen, wenn Moritz Thede Eckart, Kritischer Psychologe und Grundlagenforscher im Bereich der Neuropsychologie, seine Arbeit vorstellt: Anhand einer kürzlich abgeschlossenen Studie zu sequentiellem Lernen bei der Ratte am Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg will der Referent beispielhaft die dort angewandten Methoden schildern und die Vorteile und Grenzen tierexperimenteller Forschung in der Psychologie diskutieren.

Ziel dieser Studie war es, die neuronalen Grundlagen sequentieller Lern- und Gedächtnisprozesse zu untersuchen. Der Hintergrund war dabei folgender: Auf der einen Seite deuten Studien im Humanbereich, die typischerweise mit "Seriellen Reaktionszeit Tests" durchgeführt werden, darauf hin, dass sequentielles Lernen bei Probanden mit Schädigungen des Hippocampus und damit verbundenen Defiziten des expliziten Gedächtnisses (z.B. Korsakoff-Patienten) nach wie vor intakt ist. Auf der anderen Seite aber finden sich Hinweise auf Defizite im sequentiellen Lernen bei Patienten mit Schädigungen der dopaminergen Funktionen in den Basalganglien (z.B. Parkinson-Patienten).

Aufgrund der ethischen und methodischen Einschränkungen von Experimenten im Humanbereich sowie der Heterogenität dieser Studien versuchte die Gruppe, in der der Referent arbeitet, ein möglichst äquivalentes Rattenmodell des "Sequentiellen Reaktionszeit Tests" zu entwickeln.

Ziel der Entwicklung der Rattenversion dieses Tests war es, den Einfluss unterschiedlicher neuronaler Läsionen auf sequentielles Lernen unter standardisierten Laborbedingungen untersuchen zu können, um so mögliche Störvariablen, die in Humanexperimenten auftreten, kontrollieren zu können. In der vorgestellten Studie kam ein klassisches Ratten-Parkinsonmodell zur Anwendung, in dem selektiv die dopaminergen Neurone im Striatum lädiert werden. Die Ergebnisse der Studie stützen die Hypothese der striatal-dopaminergen Grundlage sequentiellen Lernens.

 

Dipl.-Psych. Moritz Thede Eckart
ist aktiv im  Lesekreis "Kritische Psychologie" in Marburg; nach seinem Examen war er 8 Monate Angestellter beim Kriminologischen Dienst des Landes Hessen; seit 2007 ist er Promotionsstudent im Graduiertenkolleg "NeuroAct" der DFG an der Uni Marburg.

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Neuerscheinungen

Einführung in die Kritische Psychologie

von Morus Markard

Markard Einführung "Die von Klaus Holzkamp begründete Kritische Psychologie begann mit einer Kritik der Funktion der Psychologie als Herrschaftswissenschaft und einer Methodik, die "Verhalten" nur als Arrangement unter fremdgesetzten Bedingungen erfasst. Die Einführung zeichnet nach, wie diese Kritik zur marxistischen Subjektwissenschaft entwickelt wurde. Als solche will sie Möglichkeiten auf den Begriff bringen, diein der traditionellen Psychologie nach wie vor theoretisch verkannt und in der kapitalistischen Gesellschaft praktisch behindert werden.
Wie mit den Kategorien der Kritischen Psychologie und mit ihren theoretischen, methodischen und praxisbezogenen Konzepten diese emanzipatorische Perspektive zu gewinnen ist, wird ebenso dargestellt wie konkrete Probleme, die sich dabei ergeben. Überlegungen, welche Aufgaben sich für eine Weiterentwicklung der Kritischen Psychologie stellen, runden den Band ab." aus dem Klappentext des Buches

319 S., Preis 17,90 Euro,  Argument Verlag, ISBN 978-3-88619-335-6

 

 

 

 

Zwischen Anpassung und Ausstieg
Perspektiven von Beschäftigten im Kontext der Neuordnung Sozialer Arbeit
Aus der Reihe: Perspektiven kritischer Sozialer Arbeit Bd. 5

Eichinger, Ulrike

Eichinger, Ulrike "Subjektwissenschaftliche Praxisforschung:
Der neoliberal inspirierte Strukturwandel des Sozialstaats in Deutschland bedeutet für die Beschäftigten in der Sozialen Arbeit grundsätzlich neue Rahmenbedingungen. Ulrike Eichinger rekonstruiert den (trans-)nationalen Entwicklungsprozess des Wandels und die zentralen Herausforderungen aus Sicht von PraktikerInnen auf Basis qualitativ-empirischer Daten. Diese bestehen darin, Bewältigungsweisen zu entwickeln, die sowohl dem Erhalt der Einrichtung als auch der persönlichen Existenzsicherung dienen sowie ihrer fachlich-ethischen Verantwortung Rechnung tragen - Bestrebungen, die zunehmend zueinander in Konflikt geraten können. Es werden Bewältigungsweisen illustriert, die sich zwischen flexibler Anpassung und (un)freiwilligem Ausstieg aus dem Berufsfeld bewegen, aber auch Guerilla-Taktiken und Kritik, die auf Weiterentwicklung zielt."
aus dem Klappentext des Buches

Ein Überblick über den Inhalt findet sich auf der Seite des VS-Verlages  VS-Verlag

238 S., Preis 34,90 Euro, VS-Verlag, ISBN 978-3-531-16473-1

 

 

Jugendliche Intensivtäter/innen
- Kriminelle Karrieren und Präventionsmöglichkeiten aus Sicht der betroffenen Subjekte

Huck, Lorenz

Huck, Lorenz "Seit mehr als 30 Jahren wird in Deutschland eine kleine Gruppe registrierter Straftäter/innen als »Intensivtäter« gesondert bezeichnet und behandelt. Die Etikettierung rechtfertigt es, gegen die Betroffenen mit der vollen Härte des Gesetzes vorzugehen: dabei wird z. T. geltendes Recht gebeugt, in jedem Falle werden die Betroffenen nachhaltig stigmatisiert. In Berlin erfasst die Klassifizierung meist junge Männer mit Migrationshintergrund, die aus dem Bildungssystem herausgefallen sind, kaum berufliche Perspektiven haben und ohne größere Planung oder Organisation Eigentums und Gewaltdelikte begehen. Mittlerweile ist der Begriff »Intensivtäter« in die Alltagssprache eingegangen und wird als Reizwort in der Boulevardpresse verwendet, um Ängste der Bevölkerung aufzugreifen und weiter zu schüren. Vor dem theoretischen Hintergrund Kritischer Psychologie, in Auseinandersetzung mit kriminologischen Theorien und gestützt auf Interviews mit jugendlichen Insassen des Berliner Strafvollzugs liefert Lorenz Huck Argumente gegen personalisierende und individualistische Deutungen mehrfacher strafrechtlicher Auffälligkeit. Die kriminelle Aktivität jugendlicher »Intensivtäter/innen« wird als Versuch verstanden, sich aus einer Position gesellschaftlicher Marginalisierung zu befreien."
aus dem Klappentext des Buches

Ein Überblick über den Inhalt findet sich auf den Seiten des  Argument Verlag

Preis 19,90 Euro, Argument Verlag, ISBN 978-3-88619-732-3

 


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