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A. N. Leontjew (1982):

Tätigkeit, Bewußtsein, Persönlichkeit

Erschienen in: Studien zur Kritischen Psychologie, Köln 1982

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4. Tätigkeit und Bewußtsein

4.1. Die Genese des Bewußtseins

Die Tätigkeit des Subjekts - die äußere und die innere - wird durch die psychische Widerspiegelung der Wirklichkeit vermittelt und gesteuert. Was in der gegenständlichen Welt für das Subjekt Motiv, Ziel und Bedingung seiner Tätigkeit ist, muß von ihm auf die eine oder andere Weise wahrgenommen, vorgestellt, verstanden und in seinem Gedächtnis festgehalten und reproduziert werden. Dies gilt auch für die Tätigkeit und für das Subjekt selbst - für seine Zustände, Eigenschaften und Besonderheiten. Auf diese Weise führt uns die Analyse der Tätigkeit zu den traditionellen Themen der Psychologie. Doch nun kehrt sich die Logik der Untersuchung um: Das Problem der Äußerung psychischer Prozesse wird zum Problem ihrer Entstehung, im Zusammenhang mit jenen gesellschaftlichen Beziehungen, die der Mensch in der gegenständlichen Welt eingeht. ||121|

Die psychische Realität, die sich unmittelbar vor uns auftut, ist die subjektive Welt des Bewußtseins. Jahrhunderte waren dazu erforderlich, sich von der Identifizierung von Psychischem und Bewußtem zu befreien. Erstaunlich ist die Vielfalt der Wege, die in der Philosophie, der Psychologie und der Physiologie zu ihrer Differenzierung führten: Es genügt, die Namen Leibnitz, Fechner, Freud, Setschenow und Pawlow anzuführen.

Der entscheidende Schritt war die Aufstellung der These von der Existenz verschiedener Ebenen der psychischen Widerspiegelung. Historisch, genetisch bedeutete dies die Anerkennung der Existenz eines vorbewußten Psychischen der Tiere und der Entstehung ihrer qualitativ neuen Form - des Bewußtseins beim Menschen. So ergaben sich neue Fragen: nach der objektiven Notwendigkeit, der das entstehende Bewußtsein entsprach, nach der Entstehungsursache des Bewußtseins und nach seiner inneren Struktur.

Das Bewußtsein in seiner Unmittelbarkeit ist das sich dem Subjekt auftuende Weltbild, in welchem es selbst ebenso enthalten ist wie seine Handlungen und Zustände. Für den unerfahrenen Menschen bringt das Vorhandensein dieses subjektiven Bildes natürlich keinerlei Probleme mit sich: Er hat die Welt vor sich, und nicht die Welt und das Weltbild. In diesem elementaren Realismus ist die wirkliche, wenn auch naive Wahrheit enthalten. Etwas anderes ist die Identifizierung, von psychischer Widerspiegelung und Bewußtsein, das ist nicht mehr als eine Illusion unserer Introspektion.

Sie entsteht aus der scheinbar unbegrenzten Weite des Bewußtseins. Wenn wir uns fragen, ob wir uns der einen oder anderen Erscheinung bewußt sind, stellen wir uns die Aufgabe, sie bewußtseinsmäßig zu erfassen und lösen sie natürlich praktisch sofort. Die Erfindung der tachistoskopischen Methode war erforderlich, um "Wahrnehmungsfeld" und "Bewußtseinsfeld" experimentell trennen zu können.

Andererseits zeugen gut bekannte und unter Laborbedingungen leicht reproduzierbare Fakten davon, daß der Mensch fähig ist, komplizierte Anpassungsprozesse zu realisieren, die durch Objekte der Situation gesteuert werden, ohne sich der Tatsache bewußt zu sein, daß ihr Abbild existiert; er umgeht Hindernisse ||122| und manipuliert sogar mit den Dingen, gleichsam "ohne sie zu sehen".

Etwas anderes ist es, wenn man einen Gegenstand nach einem Muster anfertigen oder verändern oder einen gegenständlichen Inhalt darstellen muß. Wenn ich aus Draht, sagen wir, ein Fünfeck biege oder wenn ich es zeichne, vergleiche ich notwendigerweise die bei mir vorhandene Vorstellung mit den gegenständlichen Bedingungen, mit seinen Realisierungsetappen im Produkt, passe ich innerlich das eine dem anderen an. Solche Vergleiche erfordern, daß meine Vorstellung für mich gleichsam mit der gegenständlichen Welt auf ein und derselben Ebene liegt, ohne daß sie jedoch mit ihr verschmilzt. Besonders deutlich wird dies dann, wenn beim Lösen einer Aufgabe zuvor "im Kopf" die gegenseitigen räumlichen Verschiebungen der miteinander korrelierenden Objektbilder realisiert werden müssen. Das ist zum Beispiel bei einer Aufgabe der Fall, die das gedankliche Umdrehen einer Figur erfordert, welche in eine andere Figur einzuzeichnen ist.

Historisch entsteht die Notwendigkeit, das psychische Abbild dem Subjekt "voranzustellen" (zu präsentieren), nur beim Übergang von der Anpassungstätigkeit der Tiere zu der für den Menschen spezifischen Produktionstätigkeit, zur Arbeitstätigkeit. Das Produkt, dem jetzt die Tätigkeit zustrebt, existiert aktuell noch nicht. Daher kann es die Tätigkeit nur steuern, wenn es sich dem Subjekt in einer Form präsentiert, die es ermöglicht, es mit dem Ausgangsmaterial (dem Arbeitsgegenstand) und seinen Zwischenformen zu vergleichen. Mehr noch das psychische Abbild des Zielprodukts muß für das Subjekt derart existieren, daß es mit diesem Abbild arbeiten, es den vorliegenden Bedingungen entsprechend modifizieren kann. Solche Abbilder sind bewußte Abbilder, bewußte Vorstellungen, es sind mit einem Wort Bewußtseinserscheinungen.

An und für sich sagt die Notwendigkeit der Entstehung von Bewußtseinserscheinungen beim Menschen natürlich noch nichts über den Entstehungsprozeß aus. Sie führt jedoch zu der Aufgabe, diesen Prozeß zu untersuchen, eine Aufgabe, die in der früheren Psychologie überhaupt nicht gestellt wurde. Innerhalb des traditionellen diadischen Schemas Objekt --> Subjekt ||123| wurde das Phänomen Bewußtsein beim Subjekt ohne jede Erklärung akzeptiert, wenn man von jenen Deutungen absieht, die unter unserem Schädeldach irgendeinen Beobachter vermuten, welcher die von den physiologischen Nervenprozessen im Gehirn gewebten Bilder betrachtet.

Die Methode, das Entstehen und das Funktionieren des menschlichen Bewußtseins - des gesellschaftlichen und des individuellen - wissenschaftlich zu analysieren, wurde von Marx entdeckt. Wie einer der modernen Autoren hervorhebt, verlagerte sich dadurch der Gegenstand der Bewußtseinsforschung vom subjektiven Individuum auf die sozialen Tätigkeitssysteme, so daß "die Methode der Selbstbeobachtung und der interpretierenden Introspektion, die lange Zeit monopolartig die Bewußtseinsforschung beherrschte, in allen Nähten krachte"[86]. Es ist natürlich unmöglich, auf wenigen Seiten auch nur die Hauptfragen der marxistischen Bewußtseinstheorie vollständig zu erfassen. Daher beschränke ich mich nur auf einige Thesen, die die Wege zur Lösung des Problems Tätigkeit und Bewußtsein in der Psychologie weisen.

Offensichtlich liegt die Erklärung der Natur des Bewußtseins in eben jenen Besonderheiten der menschlichen Tätigkeit, die seine Notwendigkeit bewirken: in ihrem objektiv-gegenständlichen, produktiven Charakter.

Die Arbeitstätigkeit "gerinnt" in ihrem Produkt. Es erfolgt, um mit den Worten von Marx zu sprechen, der Übergang der Tätigkeit in eine ruhende Eigenschaft. Dieser Übergang ist ein Prozeß der stofflichen Verkörperung des gegenständlichen Inhalts der Tätigkeit, welcher sich jetzt dem Subjekt präsentiert, das heißt vor ihm als Abbild des wahrgenommenen Gegenstands ersteht.

Mit anderen Worten, in allererster Näherung zeichnet sich die Entstehung des Bewußtseins folgendermaßen ab: Die Vorstellung, die die Tätigkeit steuert, verkörpert sich im Gegenstand, erhält ihre zweite, ihre "objektivierte" Existenz, die der sinnlichen Wahrnehmung zugänglich ist; im Ergebnis sieht das Subjekt ||124| gleichsam seine Vorstellung in der Außenwelt; indem sie dubliert wird, wird sie bewußt. Dieses Schema ist jedoch nicht haltbar. Es führt uns zu der früheren subjektiv-empirischen und ihrem Wesen nach idealistischen Ansicht zurück, die ebenfalls gerade den Umstand hervorhebt, daß durch diesen Übergang das Bewußtsein - das Vorhandensein von Vorstellungen, Absichten, gedanklichen Plänen, Schemata oder "Modellen" beim Subjekt - notwendig vorausgesetzt wird, daß diese psychischen Erscheinungen auch in der Tätigkeit und ihren Produkten objektiviert werden. Die Tätigkeit selbst wird vom Bewußtsein gesteuert und hat in bezug auf dessen Inhalt nur eine Übertragungsfunktion sowie die Funktion des "Verstärkens beziehungsweise Nichtverstärkens".

Jedoch geht es in der Hauptsache durchaus nicht darum, auf die aktive, die steuernde Rolle des Bewußtseins hinzuweisen. Das Hauptproblem besteht darin, das Bewußtsein als ein subjektives Produkt, als die umgewandelte Erscheinungsform jener ihrer Natur nach gesellschaftlichen Beziehungen zu verstehen, die durch die Tätigkeit des Menschen in der gegenständlichen Welt verwirklicht werden.

Die Tätigkeit ist keineswegs einfach Vertreter und Überträger des psychischen Abbildes, das in ihrem Produkt objektiviert wird. In das Produkt prägt sich nicht das Abbild ein, sondern gerade die Tätigkeit, jener gegenständliche Inhalt, den sie objektiv in sich trägt.

Die Übergänge Subjekt -> Tätigkeit -> Gegenstand bilden gleichsam eine Kreisbewegung, daher kann es gleichgültig scheinen, welches Glied oder Moment als Ausgangsmoment oder Ausgangsglied genommen wird. Das ist jedoch durchaus keine Bewegung in einem Zauberkreis. Dieser Kreis öffnet sich, und er öffnet sich gerade in der sinnlich-praktischen Tätigkeit.

Indem die Tätigkeit direkt mit der gegenständlichen Wirklichkeit in Berührung kommt und sich ihr unterordnet, wird sie modifiziert, bereichert und kristallisiert sie sich in dieser ihrer Bereicherung im Produkt. Die realisierte Tätigkeit ist reicher, wahrer als das sie vorwegnehmende Bewußtsein. Dabei bleiben dem Bewußtsein des Subjekts die Beiträge verborgen, die durch seine Tätigkeit hineingebracht werden; hieraus ergibt sich ||125| auch, daß das Bewußtsein als Grundlage der Tätigkeit erscheinen kann.

Wir wollen es anders ausdrücken. Die Widerspiegelung der gegenständlichen Tätigkeit, die die Zusammenhänge, die Beziehungen der gesellschaftlichen Individuen realisiert, treten für diese als ihre Bewußtseinserscheinungen auf. Jedoch in Wirklichkeit liegen hinter diesen Erscheinungen die erwähnten objektiven Zusammenhänge und Beziehungen, wenn auch nicht in offener, sondern in aufgehobener, dem Subjekt verborgener Form. Gleichzeitig bleiben die Erscheinungen des Bewußtseins ein reales Moment in der Bewegung der Wirklichkeit. Darin besteht auch ihre Nicht-"Epiphänomenalität", ihre Wesentlichkeit. Wie Kusmin richtig hervorhebt, übt das bewußte Abbild die Funktion des idealen Maßes aus, das in der Tätigkeit verstofflicht wird.[87]

Eine solche Konzeption des Bewußtseins führt zu der grundlegenden Änderung einer für die Psychologie sehr wichtigen Fragestellung - der Frage nach der Wechselbeziehung zwischen dem subjektiven Abbild und dem äußeren Gegenstand. Dadurch wird jener Mystifizierung ein Ende bereitet, die in der Psychologie das von mir vielfach erwähnte Postulat der Unmittelbarkeit schafft. Denn wenn wir von der Annahme ausgehen, daß die äußeren Einwirkungen unmittelbar in uns, in unserem Gehirn das subjektive Abbild hervorrufen, ergibt sich sofort die Frage, wie es denn vor sich geht, daß dieses Abbild als etwas auftritt, das außerhalb von uns, außerhalb unserer Subjektivität, in den Koordinaten der Außenwelt existiert.

Im Rahmen des Unmittelbarkeitspostulats kann man diese Frage nur beantworten, wenn man den Prozeß einer sozusagen sekundären Projizierung des psychischen Abbilds nach außen annimmt. Die theoretische Unhaltbarkeit dieser Annahme ist offensichtlich[88]; außerdem steht sie in deutlichem Widerspruch ||126| zu Tatsachen, die davon zeugen, daß das psychische Abbild von Anfang an bereits auf die (in bezug auf das Gehirn des Subjekts) äußere Realität "bezogen" ist und daß es nicht in die Außenwelt projiziert, sondern eher aus ihr "geschöpft" wird.[89]

Natürlich ist das nicht mehr als eine Metapher, wenn ich "schöpfen" sage. Sie bringt jedoch einen realen und der wissenschaftlichen Untersuchung zugänglichen Prozeß zum Ausdruck den Prozeß der Aneignung der gegenständlichen Welt in ihrer ideellen Form, in der Form der bewußten Widerspiegelung durch das Subjekt.

Dieser Prozeß entsteht ursprünglich in demselben System objektiver Beziehungen, in dem der Übergang des gegenständlichen Inhalts der Tätigkeit in ihr Produkt erfolgt. Aber damit dieser Prozeß realisiert wird, genügt es nicht, daß das Produkt der Tätigkeit, das diese in sich aufgenommen hat, vor dem Subjekt in seinen stofflichen Eigenschaften auftritt; es muß seine Transformation erfolgen, durch die es als vom Subjekt erkennbar, das heißt ideell, auftreten kann. Diese Transformation erfolgt über die Sprache, die Produkt und Mittel des Verkehrs der Produktionsteilnehmer untereinander ist. Die Sprache enthält in ihren Bedeutungen (Begriffen) einen gegenständlichen Inhalt, dieser ist jedoch von seiner Stofflichkeit völlig befreit. So ist die Nahrung natürlich ein stofflicher Gegenstand jedoch die Bedeutung des Wortes "Nahrung" enthält kein Gramm Nährstoff. Dabei hat die Sprache selbst ebenfalls ihre stoffliche Existenz, ihre Materie. Nimmt man jedoch die Sprache in ihrer Beziehung zu der bezeichneten Realität, ist sie ebenso deren Seinsform wie jene stofflichen Gehirnprozesse der Individuen, die ihr Bewußtwerden realisieren.[90]

Somit kann das individuelle Bewußtsein als spezifisch menschliche Form der subjektiven Widerspiegelung der objektiven Realität nur als Produkt jener Beziehungen und Vermittlungen verstanden werden, die sich im Laufe der Entstehung und Entwicklung der Gesellschaft herausbilden. Außerhalb dieser Beziehungen ||127| (und außerhalb des gesellschaftlichen Bewußtseins) ist die Existenz eines individuellen Psychischen in Gestalt der bewußten Widerspiegelung, in Gestalt bewußter Prozesse unmöglich.

Für die Psychologie ist die klare Erkenntnis dieser Tatsache so wichtig, weil sie sich bisher bei der Erklärung der Bewußtseinserscheinungen nicht endgültig von dem naiven Anthropologismus losgesagt hat. Selbst die Tätigkeitskonzeption in der psychologischen Untersuchung der Bewußtseinserscheinungen erlaubt es, sie nur unter der unabdingbaren Voraussetzung zu verstehen, daß die menschliche Tätigkeit selbst als ein Prozeß in einem System von Beziehungen betrachtet wird, der das gesellschaftliche Sein des Menschen verwirklicht, welches seine Existenzweise auch als natürliches, als körperliches Wesen ist.

Natürlich charakterisieren die angeführten Bedingungen und Beziehungen, die das menschliche Bewußtsein erzeugen, dieses nur auf den frühesten Etappen. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der materiellen Produktion und der Kommunikation, mit der Herauslösung und der anschließenden Isolierung der geistigen Produktion und der erfolgenden Technisierung der Sprache befreit sich dann das menschliche Bewußtsein von dem direkten Zusammenhang mit der unmittelbar-praktischen Arbeitstätigkeit. Der Kreis des zu Begreifenden wird immer umfassender, so daß das Bewußtsein beim Menschen zur universellen, wenn auch nicht einzigen Form der psychischen Widerspiegelung wird. Dabei macht es eine Reihe grundlegender Veränderungen durch.

Das ursprüngliche Bewußtsein existiert nur in der Form des psychischen Abbilds, das dem Subjekt die Umwelt präsentiert, die Tätigkeit bleibt jedoch nach wie vor praktisch, äußerlich. Auf einer späteren Etappe wird auch die Tätigkeit zum Bewußtseinsgegenstand: Das Subjekt wird sich der Handlungen der anderen Menschen bewußt - und über sie auch der eigenen Handlungen. Jetzt werden sie kommuniziert, indem sie mit Hilfe von Gesten oder lautlicher Rede bezeichnet werden. Dies ist auch die Voraussetzung für die Erzeugung innerer Handlungen und Operationen, die im Verstand, auf der "Bewußtseinsebene" ||128| ablaufen. Das Abbild-Bewußtsein wird ebenfalls Tätigkeitsbewußtsein Gerade in dieser seiner Vollständigkeit beginnt das Bewußtsein auch von der äußeren, sinnlich-praktischen Tätigkeit emanzipiert zu erscheinen und mehr noch, es scheint diese zu steuern.

Eine andere grundlegende Veränderung, die das Bewußtsein im Verlaufe seiner historischen Entwicklung erfährt, besteht in der Zerstörung der ursprünglichen Verschmelzung von Kollektivbewußtsein und Individualbewußtsein. Dies geschieht dadurch, daß ein weiter Kreis von Erscheinungen und darunter auch solche bewußtwerden, die zu jener Sphäre von Beziehungen gehören, welche im Leben eines jeden Individuums das Besondere bilden. Dabei führt die Aufspaltung der Gesellschaft in Klassen dazu, daß sich die Menschen in ungleichen, einander gegenüberstehenden Beziehungen zu den Produktionsmitteln und zum gesellschaftlichen Produkt befinden; entsprechend unterliegt auch ihr Bewußtsein dem Einfluß dieser Ungleichheit, dieser Gegenüberstellung. Zugleich werden ideologische Vorstellungen erarbeitet, die in das Bewußtwerden der realen Lebensbeziehungen durch die konkreten Individuen einbezogen werden.

Es ergibt sich das sehr komplizierte Bild innerer Zusammenhänge, Verflechtungen und gegenseitiger Übergänge, das durch die Entwicklung der inneren Widersprüche entsteht; diese treten in ihrer abstrakten Form bereits in der Analyse der einfachsten Beziehungen auf, welche das System der menschlichen Tätigkeit charakterisieren. Auf den ersten Blick könnte man annehmen, eine Untersuchung dieses äußerst komplizierten Bildes würde von den Aufgaben der konkret-psychologischen Erforschung des Bewußtseins wegführen, die Psychologie würde durch die Soziologie ersetzt. Aber dem ist durchaus nicht so. Im Gegenteil, die psychologischen Besonderheiten des individuellen Bewußtseins können nur über ihre Zusammenhänge mit jenen gesellschaftlichen Beziehungen verstanden werden, in die das Individuum einbezogen ist. ||129|

4.2. Die sinnliche Grundlage des Bewußtseins

Das entwickelte Bewußtsein der Individuen wird durch seine psychologische Mehrdimensionalität charakterisiert.

In den Bewußtseinserscheinungen entdecken wir vor allem ihre sinnliche Grundlage. Diese Grundlage bildet auch den sinnlichen Bestand der konkreten Abbilder der Realität, welche aktuell wahrgenommen wird oder im Gedächtnis auftaucht, auf die Zukunft bezogen oder sogar nur erdacht wird. Diese Abbilder unterscheiden sich in ihrer Modalität, ihrem sinnlichen Ton, in dem Grad ihrer Deutlichkeit, in ihrer größeren oder geringeren Stabilität usw. Über all dies sind viele Tausende von Seiten geschrieben worden. Die empirische Psychologie hat jedoch die für das Bewußtseinsproblem wichtigste Frage ständig umgangen: die Frage nach der besonderen Funktion der sinnlichen Elemente im Bewußtsein. Genauer gesagt, diese Frage wurde in indirekten Problemen, wie dem Problem der Sinnerfülltheit der Wahrnehmung oder der Frage nach der Rolle der Rede (der Sprache) bei der Verallgemeinerung der Sinnesdaten aufgelöst.

Die besondere Funktion der sinnlichen Abbilder besteht darin, daß sie dem bewußten Weltbild, das sich dem Subjekt auftut, Realität verleihen, mit anderen Worten, daß gerade infolge des sinnlichen Inhalts des Bewußtseins die Welt für das Subjekt als nicht im Bewußtsein, sondern außerhalb seines Bewußtseins existierend, als objektives "Feld" und Objekt seiner Tätigkeit fungiert.

Die Behauptung kann paradox erscheinen, da die Untersuchungen der sinnlichen Erscheinungen von alters her von Positionen ausgingen, die im Gegenteil zu der Idee führten, sie seien "reine Subjektivität", sie hätten "Hieroglyphencharakter". Dementsprechend wurde der sinnliche Inhalt der Abbilder nicht als das dargestellt, was die unmittelbaren Verbindungen des Bewußtseins mit der Außenwelt realisiert[91], sondern eher als etwas, das gegen sie abschirmt. ||130|

In der Zeit nach Helmholtz war die experimentelle Untersuchung der Perzeptionsprozesse von gewaltigen Erfolgen gekrönt, so daß die Wahrnehmungspsychologie nunmehr von einer großen Menge vielfältiger Fakten und spezieller Hypothesen überschwemmt ist. Aber erstaunlich ist folgendes: Trotz dieser Erfolge blieb die theoretische Position von Helmholtz unerschüttert.

Zwar ist sie in den meisten psychologischen Arbeiten nur unsichtbar, hinter den Kulissen zugegen, und ernsthaft und offen besprochen wird sie nur von wenigen, wie zum Beispiel von Gregori, dem Autor der wohl interessantesten derzeitigen Arbeiten zur visuellen Wahrnehmung.[92]

Die Stärke der Position von Helmholtz besteht darin, daß er bei der Untersuchung der Physiologie des Sehens die Unmöglichkeit erkannte, die Abbilder der Gegenstände unmittelbar aus den Empfindungen abzuleiten, sie mit jenen "Mustern" zu identifizieren, die die Lichtstrahlen auf der Netzhaut des Auges zeichnen. Innerhalb der Begriffsstruktur der Naturwissenschaft jener Zeit war die von Helmholtz vorgeschlagene Lösung des Problems (und zwar, daß sich der Arbeit der Sinnesorgane notwendig die Arbeit des Gehirns anschließt, welches anhand der sensorischen Hinweise Hypothesen über die gegenständliche Wirklichkeit aufbaut) die einzig mögliche.

Die gegenständlichen Abbilder des Bewußtseins wurden als bestimmte psychische Dinge gedacht, die von anderen Dingen abhingen, welche die äußere Ursache der ersteren bilden. Mit anderen Worten, die Analyse verlief auf der Ebene der zweifachen Abstraktion, die sich einerseits im Herausnehmen des sensorischen Prozesses aus dem Tätigkeitssystem des Subjekts und andererseits im Herausnehmen der sinnlichen Abbilder aus dem System des menschlichen Bewußtseins äußerte. Die Idee vom Systemcharakter des Objekts der wissenschaftlichen Erkenntnis selbst blieb unbearbeitet.

Im Unterschied zu der Konzeption, die die Erscheinungen in ihrer Isoliertheit betrachtet, verlangt die Systemanalyse des Bewußtseins die Untersuchung der Bewußtseins-"Konstituenten" ||131| in ihren inneren Beziehungen, welche durch die Entwicklung der Formen des Zusammenhangs zwischen Subjekt und Wirklichkeit erzeugt werden, also im Hinblick auf jene Funktion, die jede dieser Konstituenten in den Prozessen ausübt, die die Repräsentation des Weltbildes für das Subjekt bewirken.

Der in das Bewußtseinssystem aufgenommene sinnliche Inhalt offenbart seine Funktion nicht direkt; subjektiv kommt diese nur bedingt zum Ausdruck - in dem unbewußten Erleben des "Realitätsgefühls". Sie zeigt sich jedoch, sobald eine Störung oder Entstellung der Rezeption der äußeren Einwirkungen entsteht. Da die davon zeugenden Fakten für die Bewußtseinspsychologie von prinzipieller Bedeutung sind, möchte ich einige von ihnen anführen.

Ein sehr deutliches Zutagetreten der Funktion der sinnlichen Abbilder der objektiven Realität im Bewußtsein haben wir bei der Untersuchung der Rehabilitation von gegenständlichen Handlungen bei verwundeten Soldaten beobachtet, die das Augenlicht und zugleich beide Hände verloren hatten. Da bei ihnen chirurgische regenerierende Eingriffe vorgenommen worden waren, die mit einer massiven Verlagerung des weichen Gewebes der Unterarme zusammenhingen, hatten sie auch die Möglichkeit der taktilen Wahrnehmung von Gegenständen verloren (Asymbolie). Es zeigte sich, daß bei fehlender optischer Kontrolle diese Funktion nicht wiederhergestellt wurde und entsprechend auch nicht die gegenständlichen Handbewegungen. Dadurch traten bei den Patienten mehrere Monate nach der Verwundung ungewöhnliche Beschwerden auf: Trotz des ungehinderten sprachlichen Verkehrs mit der Umwelt und bei völligem Weiterbestehen der geistigen Prozesse begann die äußere gegenständliche Welt für sie allmählich zu "verschwinden". Obgleich die verbalen Begriffe (die Wortbedeutungen) für sie ihre logischen Zusammenhänge bewahrten, verloren sie dennoch allmählich ihre Gegenstandsbezogenheit. Es entstand bei den Patienten das wirklich tragische Bild der Zerstörung des Wirklichkeitsgefühls. "Ich habe über alles irgendwie gelesen, es aber nicht gesehen . . . Die Dinge sind immer weiter von mir weg" - beschreibt einer der erblindeten Amputierten ||132| seinen Zustand. Er beklagt sich, daß, wenn er begrüßt wird, "gleichsam auch kein Mensch mehr da ist".[93]

Erscheinungen, die dem Verlust des Wirklichkeitsgefühls ähnlich sind, werden auch bei normalen Probanden bei künstlicher Inversion des visuellen Eindrucks beobachtet. Bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts erwähnte Stratton in seinen klassischen Versuchen mit Spezialbrillen, die die Abbildungen auf der Netzhaut umkehren, daß hierbei die wahrgenommene Welt als irreal erlebt wird.[94]

Es mußte das Wesen jener qualitativen Umstrukturierungen erfaßt werden, die das Subjekt als Irrealität des visuellen Bildes erlebt. Später wurden solche Besonderheiten des invertierten Sehens, wie die Schwierigkeit der Identifizierung bekannter Gegenstände[95] und besonders menschlicher Gesichter[96], seine Inkonstanz[97] u.a.m. nachgewiesen.

Das Fehlen der direkten Bezogenheit des invertierten visuellen Abbilds auf die objektive gegenständliche Welt zeugt davon, daß das Subjekt auf der Ebene des reflektierenden Bewußtseins in der Lage ist, die Wahrnehmung der objektiven Realität und sein inneres Phänomenfeld zu differenzieren. Die erstere ist durch die bewußten "bedeutungstragenden" Abbilder vertreten, das zweite durch die eigentliche sinnliche Grundlage. Mit anderen Worten, die sinnliche Grundlage des Abbildes kann im Bewußtsein auf zweierlei Weise präsentiert sein: entweder als das, worin für das Subjekt der gegenständliche Inhalt besteht (und das bildet die gewöhnliche, "normale" Erscheinung) oder als sinnliche Grundlage an sich. Im Unterschied zu den normalen Fällen, in denen die sinnliche Grundlage ||133| und der gegenständliche Inhalt miteinander verschmolzen sind, offenbart sich ihr Nichtzusammenfallen entweder infolge einer speziell gerichteten Introspektion[98] oder unter besonderen Versuchsbedingungen, und zwar besonders deutlich mit langer Adaptation an das invertierte Sehen.[99] Sofort nach dem Aufsetzen der invertierenden Prismen präsentiert sich dem Subjekt nur die sinnliche Grundlage des visuellen Bildes, ohne gegenständlichen Inhalt. Bei der Wahrnehmung der Welt durch projektionsverändernde optische Geräte werden die sichtbaren Abbilder nach ihrer größten Glaubwürdigkeit hin transformiert: das heißt, bei Adaptation an die optischen Entstellungen erfolgt nicht einfach eine andere "Dekodierung" des Projektionsbildes, sondern es läuft der komplizierte Prozeß der Konstruktion des wahrgenommenen gegenständlichen Inhalts ab, der eine bestimmte gegenständliche Logik hat, die sich von der "Projektionslogik" des Netzhautbildes unterscheidet. Daher hängt das Unvermögen, den gegenständlichen Inhalt zu Beginn des chronischen Inversionsexperiments wahrzunehmen, damit zusammen, daß im Bewußtsein des Subjekts das Abbild nur durch seine sinnliche Grundlage präsentiert ist. Später erfolgt die perzeptive Adaptation als ein eigener Prozeß der Regenerierung des gegenständlichen Inhalts des visuellen Bildes auf dessen invertierter sinnlicher Grundlage.[100]

Die Möglichkeit der Differenzierung des Phänomenfeldes und der gegenständlichen "bedeutungstragenden" Abbilder bildet offensichtlich eine Besonderheit nur des menschlichen Bewußtseins, wodurch der Mensch aus der Sklaverei der Sinneseindrücke befreit wird, wenn sie durch zufällige Wahrnehmungsbedingungen entstellt werden. Interessant sind in diesem Zusammenhang Experimente mit Affen, denen Brillen ||134| aufgesetzt wurden, welche das Netzhautbild invertieren: Es zeigte sich, daß im Unterschied zum Menschen dadurch bei den Affen das Verhalten völlig gestört wird und sie für lange Zeit in den Zustand der Inaktivität geraten.[101]

Ich könnte hier noch mehr zu dem besonderen Anteil der Sinnlichkeit am individuellen Bewußtsein anführen; es wurden zum Beispiel einige wichtige bei langer sensorischer Deprivation erhaltene Fakten gar nicht berücksichtigt[102], aber auch das Gesagte genügt, um die zentrale Frage nach der weiteren Analyse dieses Problems zu stellen.

Die wahre Natur der psychischen sinnlichen Abbilder besteht in ihrer Gegenständlichkeit. Sie besteht darin, daß diese Abbilder in der Tätigkeit erzeugt werden, die das Subjekt mit der äußeren gegenständlichen Welt praktisch verbindet. Wie kompliziert diese Zusammenhänge auch immer werden und wie sie auch immer die Tätigkeitsformen realisieren mögen, die ursprüngliche Gegenstandsbezogenheit der sinnlichen Abbilder bleibt bestehen.

Wenn wir den gewaltigen Reichtum an Erkenntnisresultaten der menschlichen Denktätigkeit mit jenem Anteil vergleichen, den unsere Sinnlichkeit unmittelbar daran hat, fällt natürlich vor allem ihre äußerste Begrenztheit, ihre Geringfügigkeit ins Auge; außerdem stellt sich heraus, daß die Sinneseindrücke ständig in Widerspruch zu dem vollständigen Wissen geraten. Hieraus folgt auch der Gedanke, daß die Sinneseindrücke nur als Anstoß dienen, der unsere Erkenntnisfähigkeiten in Tätigkeit setzt, und daß die Abbilder der Gegenstände durch innere gedankliche - unbewußte oder bewußte - Operationen erzeugt werden, daß wir die gegenständliche Welt nicht wahrnehmen würden, wenn wir sie nicht denken würden. Wie aber könnten wir diese Welt denken, wenn sie sich uns nicht von Anfang an gerade in ihrer sinnlich gegebenen Gegenständlichkeit entdecken würde? ||135|

4.3. Die Bedeutung als Problem der Psychologie des Bewußtseins

Die sinnlichen Abbilder sind die allgemeine Form der psychischen Widerspiegelung, die durch die gegenständliche Tätigkeit des Subjekts erzeugt wird. Jedoch erlangen beim Menschen die sinnlichen Abbilder eine neue Qualität, und zwar Bedeutungscharakter. Die Bedeutungen sind auch die wichtigsten "Konstituenten" des menschlichen Bewußtseins.

Bekanntlich führt das Ausfallen sogar der hauptsächlichen sensorischen Systeme beim Menschen - des Sehvermögens und des Gehörs - nicht zur Zerstörung des Bewußtseins. Sogar bei blind-taubstummen Kindern wird durch die Aneignung der spezifisch menschlichen Operationen - gegenständliche Handlungen und Sprache (was selbstverständlich nur bei einer speziellen Erziehung möglich ist) - das normale Bewußtsein herausgebildet, das sich von dem Bewußtsein der sehenden und hörenden Menschen nur durch seine äußerst arme sinnliche Grundlage unterscheidet.[103] Etwas anderes ist es, wenn infolge irgendwelcher Umstände die "Hominisierung" der Tätigkeit und der Kommunikation nicht erfolgt. In diesem Fall entsteht kein Bewußtsein, auch wenn die sensomotorische Sphäre vollständig erhalten geblieben ist. Diese Erscheinung (wir nennen sie "Kaspar-Hauser-Phänomen") ist jetzt allgemein bekannt.

Also brechen die Bedeutungen die Welt im Bewußtsein des Menschen. Wenn auch der Träger der Bedeutungen die Sprache ist, ist doch die Sprache nicht der Demiurg der Bedeutungen. Hinter den sprachlichen Bedeutungen verbergen sich die gesellschaftlich erarbeiteten Verfahren (Operationen) der Handlung, in deren Prozeß die Menschen die objektive Realität verändern und erkennen. Mit anderen Worten, in den Bedeutungen ist die in die Sprachmaterie umgestaltete und eingekleidete ideelle Existenzform der gegenständlichen Welt, ihrer Eigenschaften, Zusammenhänge und Beziehungen repräsentiert, die durch die gesamte gesellschaftliche Praxis entdeckt wurden. Daher sind ||136| die Bedeutungen an sich, das heißt abstrahiert von ihrem Funktionieren im individuellen Bewußtsein, ebenso "unpsychologisch" wie jene gesellschaftlich erkannte Realität, die sich hinter ihnen befindet.[104]

Die Bedeutungen bilden den Untersuchungsgegenstand der Linguistik, der Semiotik und der Logik. Zugleich gehören sie als eine "Konstituente" des individuellen Bewußtseins notwendig zum Problemkreis der Psychologie. Die Hauptschwierigkeit des psychologischen Bedeutungsproblems besteht darin, daß in ihm alle jene Widersprüche reproduziert werden, auf die das umfassendere Problem der Wechselbeziehung von Logischem und Psychologischem im Denken, in der Logik und in der Psychologie des Begriffs stößt.

Innerhalb der subjektiv-empirischen Psychologie wurde dieses Problem in dem Sinne gelöst, daß die Begriffe (resp. die Wortbedeutungen) ein psychologisches Produkt sind, ein Produkt der Assoziierung und Generalisierung der Eindrücke im Bewußtsein des individuellen Subjekts, deren Ergebnisse an Wörter geheftet werden. Diese Ansicht fand bekanntlich nicht nur in der Psychologie, sondern auch in Konzeptionen ihren Ausdruck, die die Logik psychologisierten.

Eine andere Alternative besteht darin, anzuerkennen, daß die Begriffe und die Operationen mit Begriffen durch objektive logische Gesetze gesteuert werden; daß es die Psychologie nur mit Abweichungen von diesen Gesetzen zu tun hat, die im primitiven Denken, unter pathologischen Bedingungen oder bei starken Emotionen beobachtet werden; daß schließlich die Untersuchung der ontogenetischen Entwicklung der Begriffe und des Denkens zu den Aufgaben der Psychologie gehört. Die Untersuchung dieses Prozesses stand auch in der Denkpsychologie an erster Stelle. Es genügt auf die Arbeiten von Piaget, Wygotski und auf die zahlreichen sowjetischen und ausländischen Arbeiten zur pädagogischen Psychologie hinzuweisen.

Die Untersuchung der Herausbildung der Begriffe und der ||137| logischen (geistigen) Operationen bei Kindern waren ein sehr wichtiger Beitrag zur Wissenschaft. Es wurde nachgewiesen daß die Begriffe im Kopf des Kindes durchaus nicht nach dem Typus der Ausbildung sinnlicher generischen Abbilder entstehen, sondern daß sie Resultat der Aneignung "fertiger", historisch erarbeiteter Bedeutungen sind und daß dieser Prozeß in der Tätigkeit des Kindes in der Kommunikation mit den Menschen der Umwelt erfolgt. Wenn das Kind das Ausüben von Handlungen erlernt, macht es sich die entsprechenden Operationen zu eigen, die in ihrer komprimierten, idealisierten Form auch in der Bedeutung repräsentiert sind.

Es versteht sich von selbst, daß die Bedeutungsaneignung ursprünglich in der äußeren Tätigkeit des Kindes mit den stofflichen Gegenständen und im sympraktischen Verkehr erfolgt. In den frühen Stadien eignet sich das Kind die konkreten, unmittelbar gegenständlich bezogenen Bedeutungen an; dann macht es sich auch die eigentlich logischen Operationen zu eigen, aber ebenfalls in ihrer äußeren, exteriorisierten Form, denn anders können sie gar nicht kommuniziert werden. Bei der Interiorisierung bilden sie abstrakte Bedeutungen, Begriffe, und ihre Bewegung bildet die innere geistige Tätigkeit, die Tätigkeit "auf der Ebene des Bewußtseins".

Dieser Prozeß wurde in den letzten Jahren eingehend von Galperin untersucht, der eine exakte Theorie aufstellte, die von ihm als "Theorie der etappenweisen Ausbildung geistiger Handlungen und der Begriffe" bezeichnet wurde: Gleichzeitig wurde von ihm die Konzeption von der Orientierungsgrundlage der Handlungen, ihren Besonderheiten und den ihr entsprechenden Unterrichtstypen entwickelt.[105]

Die theoretische und die praktische Produktivität dieser und der daran anschließenden zahlreichen Untersuchungen ist unbestritten. Allerdings wurde der Untersuchungsgegenstand von ||138| Anfang an stark eingegrenzt auf das Problem der zielgerichteten, "nichtspontanen" Ausbildung geistiger Prozesse nach von außen vorgegebenen "Matrizen", "Parametern". Entsprechend konzentrierte sich die Analyse auf die Ausführung vorgegebener Handlungen. Ihr eigentliches Entstehen. das heißt der Prozeß der Zielbildung und die Motivation der Tätigkeit (in diesem Fall der Lerntätigkeit), blieb außerhalb der direkten Untersuchung. Es ist verständlich, daß es unter dieser Bedingung nicht erforderlich ist, im Tätigkeitssystem die eigentlichen Handlungen und die Art und Weise ihrer Ausführung zu unterscheiden, daß eine Systemanalyse des individuellen Bewußtseins gar nicht notwendig ist.

Das Bewußtsein als Form der psychischen Widerspiegelung kann jedoch nicht auf das Funktionieren der angeeigneten, von außen vorgegebenen Bedeutungen reduziert werden, die, indem sie sich entwickeln, die äußere sowie die innere Tätigkeit des Subjekts steuern. Die Bedeutungen und die in ihnen enthaltenen Operationen sind an und für sich, das heißt in ihrer Abstraktion von den inneren Beziehungen des Tätigkeitssystems und des Bewußtseins ganz und gar nicht Gegenstand der Psychologie. Sie werden es nur, wenn sie in diesen Beziehungen, in der Bewegung ihres Systems betrachtet werden.

Dies folgt direkt aus der Natur des Psychischen. Wie bereits gesagt wurde, entsteht die psychische Widerspiegelung durch die Spaltung der Lebensprozesse des Subjekts in Prozesse, die seine direkten biotischen Beziehungen realisieren, und in "Signal"-Prozesse, die diese vermitteln; die Entwicklung der durch diese Aufspaltung erzeugten inneren Beziehungen findet auch in der Entwicklung der Tätigkeitsstruktur ihren Ausdruck und auf dieser Basis auch in der Entwicklung der Formen der psychischen Widerspiegelung. Des weiteren vollzieht sich auf der Ebene des Menschen eine Transformation dieser Formen, was dazu führt, daß sie bei der Fixierung in der Sprache (in den Sprachen) eine quasi selbständige Existenz als objektive ideelle Erscheinung erlangen. Dabei werden sie ständig durch Prozesse reproduziert, die in den Köpfen der konkreten Individuen ablaufen. Dies ist auch der innere "Mechanismus" ihrer Übertragung von Generation zu Generation und die Voraussetzung ||139| dafür, daß sie durch individuelle Beiträge bereichert werden.

Hier kommen wir dicht an jenes Problem heran, das für die psychologische Analyse des Bewußtseins ein echter Stein des Anstoßes ist. Es geht um die Besonderheiten des Funktionierens der Kenntnisse, der Begriffe, der gedanklichen Modelle einerseits im System der gesellschaftlichen Beziehungen, im gesellschaftlichen Bewußtsein und andererseits in der Tätigkeit des Individuums, die dessen gesellschaftliche Verbindungen realisiert, in dessen Bewußtsein.

Wie bereits gesagt wurde, entsteht das Bewußtsein dadurch daß in der Arbeit Handlungen ausgegliedert werden, deren gnostische Resultate von der lebendigen Ganzheitlichkeit der menschlichen Tätigkeit abstrahiert und als sprachliche Bedeutungen idealisiert werden. Beim Kommunizieren werden sie Eigentum des individuellen Bewußtseins. Dabei verlieren sie keineswegs ihre Abstraktheit; sie enthalten Verfahren, gegenständliche Bedingungen und Handlungsergebnisse unabhängig von der subjektiven Motivation jener menschlichen Tätigkeit in der sie entstehen. In den frühen Etappen, in denen noch gemeinsame Tätigkeitsmotive bei den Teilnehmern einer kollektiven Arbeit vorliegen, treten die Bedeutungen als Erscheinungen des individuellen Bewußtseins noch als direkt adäquate Beziehungen auf. Diese Beziehung bleibt jedoch nicht erhalten. Sie zerfällt zusammen mit dem Zerfall der ursprünglichen Beziehungen der Individuen zu den materiellen Bedingungen und den Produktionsmitteln, sie zerfällt mit der Entstehung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung und des Privateigentums.[106] Dadurch beginnen die gesellschaftlich erarbeiteten Bedeutungen im Bewußtsein der Individuen gleichsam ein zweifaches Leben zu leben. Es wird eine weitere innere Beziehung geboren, eine weitere Bewegung der Bedeutungen im System des individuellen Bewußtseins.

Diese besondere innere Beziehung tritt in den einfachsten psychologischen Fakten zutage. So verstehen zum Beispiel alle Schüler natürlich sehr gut die Bedeutung der Prüfungsnote und ||140| der sich daraus ergebenden Folgen. Dennoch kann die Note für das Bewußtsein eines jeden von ihnen wesentlich verschieden fungieren: sagen wir, als Schritt (oder Hindernis) auf dem Wege zum gewählten Beruf oder als eine Form der Selbstbestätigung in den Augen der anderen oder vielleicht als irgend etwas anderes. Und eben dieser Umstand stellt die Psychologie vor die Notwendigkeit, die erfaßte objektive Bedeutung und deren Bedeutung für das Subjekt zu unterscheiden. Um eine Verdoppelung der Termin zu vermeiden, ziehe ich es vor, im letzten Fall von persönlichem Sinn zu sprechen. Dann kann das angeführte Beispiel folgendermaßen ausgedrückt werden: Die Bedeutung der Note kann im Bewußtsein der Schüler einen unterschiedlichen persönlichen Sinn erhalten.

Zuvor einige Worte über die objektiven Bedingungen, die zur Differenzierung von Bedeutung und Sinn im individuellen Bewußtsein führen. In seinem bekannten kritischen Aufsatz über A. Wagner hebt Marx hervor, daß die von den Menschen angeeigneten Gegenstände der Außenwelt ursprünglich verbal von ihnen als Mittel zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse bezeichnet wurden, als das, was für sie "Güter" sind. Marx schreibt: Sie "geben dem Ding diesen Nützlichkeitscharakter als von ihm besessen..."[107]. Dieser Gedanke unterstreicht ein sehr wichtiges Merkmal des Bewußtseins in den frühen Entwicklungsstadien, und zwar, daß die Gegenstände in der Sprache und im Bewußtsein verschmolzen mit den in ihnen konkretisierten (vergegenständlichten) Bedürfnissen der Menschen widergespiegelt werden. Dann wird jedoch diese Einheit zerstört. Die Unvermeidlichkeit ihrer Zerstörung liegt in den objektiven Widersprüchen der Warenproduktion, die den Gegensatz von konkreter und abstrakter Arbeit schafft und zur Entfremdung der menschlichen Tätigkeit führt. ||141|

Auf dieses Problem stößt unausweichlich jede Analyse, die sich über die ganze Begrenztheit jener Ansicht im klaren ist, die Bedeutungen im individuellen Bewußtsein seien nur mehr oder weniger vollständige und vervollkommnete Projektionen "überindividueller" Bedeutungen, die in der jeweiligen Gesellschaft existierten. Dieses Problem wird auch keineswegs durch den Hinweis aufgehoben, daß die Bedeutungen durch die konkreten Besonderheiten des Individuums, durch seine frühere Erfahrung, durch die Eigenart seiner Einstellungen, seines Temperaments usw. gebrochen werden.

Das Problem, um das es hier geht, ergibt sich aus der realen Doppelnatur der Existenz der Bedeutungen für das Subjekt. Sie besteht darin, daß die Bedeutungen vor dem Subjekt auch in ihrer unabhängigen Existenz auftreten - als Objekt seines Bewußtseins und zugleich als Verfahren und als "Mechanismus" des Bewußtwerdens, das heißt indem sie in Prozessen funktionieren, die die objektive Realität abbilden. In diesem Funktionieren gehen die Bedeutungen notwendig innere Beziehungen ein, die sie mit anderen "Konstituenten" des individuellen Bewußtseins verbinden; einzig und allein in diesen inneren Beziehungen erwerben sie ihre psychologische Charakteristik.

Mit anderen Worten, wenn in die psychische Widerspiegelung der Welt durch das individuelle Subjekt die in den Bedeutungen idealisierten Produkte der gesellschaftlich-historischen Praxis einfließen, erhalten sie neue Systemqualitäten. Die Aufdeckung dieser Qualitäten ist gerade eine der Aufgaben der psychologischen Wissenschaft.

Am schwierigsten ist hierbei, daß die Bedeutungen ein doppeltes Leben führen. Sie werden von der Gesellschaft produziert und haben in der Entwicklung der Sprache, in der Entwicklung der Formen des gesellschaftlichen Bewußtseins ihre eigene Geschichte; in ihnen kommt die Bewegung der menschlichen Wissenschaft und ihrer Erkenntnismittel sowie der ideologischen Vorstellungen der Gesellschaft - der religiösen, der philosophischen, der politischen - zum Ausdruck. In diesem ihrem objektiven Sein ordnen sie sich den gesellschaftshistorischen Gesetzen und zusammen damit der inneren Logik ihrer eigenen Entwicklung unter. ||142|

Bei dem ganzen unerschöpflichen Reichtum, bei der ganzen Mannigfaltigkeit dieses Lebens der Bedeutungen (wenn man nur bedenkt, daß sich alle Wissenschaften damit befassen !) bleibt ihr anderes Leben, ihre andere Bewegung, ihr Funktionieren in der Bewußtseinstätigkeit der konkreten Individuen völlig verborgen, obgleich sie selbst nur über diese Prozesse existieren können.

In diesem ihrem zweiten Leben werden die Bedeutungen individualisiert und "subjektiviert", aber nur in dem Sinne, daß ihre Bewegung im System der gesellschaftlichen Beziehungen bereits nicht mehr unmittelbar enthalten ist; sie gehen in ein anderes System von Beziehungen, in eine andere Bewegung ein. Aber bemerkenswert ist, dabei verlieren sie keineswegs ihre gesellschaftshistorische Natur, ihre Objektivität.

Eine Seite der Bewegung der Bedeutungen im Bewußtsein der konkreten Individuen besteht in jener "Rückkehr" zur sinnlichen Gegenständlichkeit der Welt, von der wir oben sprachen. Während die Bedeutungen in ihrer Abstraktheit, in ihrer "Überindividualität" gegenüber den Formen der Sinnlichkeit, in denen sich die Welt dem konkreten Subjekt präsentiert, in different sind (man kann sagen, daß die Bedeutungen an und für sich keine Sinnlichkeit besitzen), setzt ihr Funktionieren bei der Verwirklichung der realen Lebensbeziehungen des Subjekts notwendig ihre Bezogenheit auf die Sinneseindrücke voraus. Natürlich kann die sinnlich-gegenständliche Bezogenheit der Bedeutungen im Bewußtsein des Subjekts nicht direkt sein, sie kann über beliebig komplizierte Ketten von Gedankenoperationen realisiert werden, besonders wenn die Bedeutungen eine Wirklichkeit widerspiegeln, welche nur in ihren entfernten indirekten Formen auftritt. Aber in normalen Fällen existiert diese Bezogenheit stets und verschwindet sie nur in ihren Bewegungsprodukten, in ihren Exteriorisierungen.

Die andere Seite der Bewegung der Bedeutungen im System des individuellen Bewußtseins besteht in jener besonderen Subjektivität der Bedeutungen, die sich in ihrer Engagiertheit äußert. Diese tritt jedoch erst bei der Analyse der inneren Beziehungen zutage, die sie mit einer weiteren "Konstituente" des Bewußtseins - dem persönlichen Sinn - verbinden. ||143|

4.4. Der persönliche Sinn

Die Psychologie hat von jeher die Subjektivität, die Engagiertheit des menschlichen Bewußtseins beschrieben. Ihre Erscheinungsformen wurden in der Selektivität der Aufmerksamkeit, in der emotionalen Färbung der Vorstellungen, in der Abhängigkeit der Erkenntnisprozesse von den Bedürfnissen und Neigungen gesehen. Seinerzeit drückte Leibniz diese Abhängigkeit in dem bekannten Aphorismus aus: "Würde die Geometrie ebenso an unseren Leidenschaften und Interessen rühren wie die Moral, würden wir sie entgegen allen Beweisen des Euklid und des Archimedes zu widerlegen versuchen und gegen sie verstoßen."[108] Schwierigkeiten bestanden in der psychologischen Erklärung der Engagiertheit des Bewußtseins. Die Bewußtseinserscheinungen hatten, wie es schien, eine zweifache Determination - eine äußere und eine innere. Entsprechend wurden sie als angeblich zu zwei verschiedenen Bereichen des Psychischen gehörend behandelt: zum Bereich der Erkenntnisprozesse und zum Bereich der Bedürfnisse und der Affekte. Das Problem der Wechselbeziehung dieser Bereiche - ob es nun im Geiste rationalistischer Konzeptionen oder im Geiste der Tiefenpsychologie gelöst wurde - wurde ständig vom anthropologischen Gesichtspunkt aus, vom Gesichtspunkt der Wechselwirkung der ihrer Natur nach verschiedenen Kräftefaktoren interpretiert.

Jedoch liegt die tatsächliche Natur dieses angeblichen Doppelcharakters der Erscheinungen des individuellen Bewußtseins nicht in ihrer Unterordnung unter diese unabhängigen Faktoren.

Wir werden hier nicht auf jene Besonderheiten eingehen, die die verschiedenen gesellschaftsökonomischen Formationen in dieser Hinsicht unterscheiden. Für die allgemeine Theorie des individuellen Bewußtseins besteht die Hauptsache darin, daß die Tätigkeit der konkreten Individuen stets in die vorhandenen Erscheinungsformen dieser objektiven Gegensätze "eingefügt" ||144| (inséré) bleibt, in Gegensätze, die ihren indirekten Ausdruck im Bewußtsein der Individuen, in dessen besonderer innerer Bewegung finden.

Die Tätigkeit des Menschen ändert im historischen Prozeß ihre Gesamtstruktur, ihre "Makrostruktur" nicht. Auf allen Etappen der historischen Entwicklung wird sie durch bewußte Handlungen realisiert, in denen der Übergang der Ziele in objektive Produkte erfolgt, und ist den stimulierenden Motiven untergeordnet. Was sich radikal ändert, das ist der Charakter der Beziehungen, die die Ziele und Motive der Tätigkeit miteinander verbinden.

Diese Beziehungen sind auch psychologisch entscheidend. Für das Subjekt selbst sind das Bewußtwerden und das Erreichen der konkreten Ziele sowie die Aneignung der Mittel und Operationen einer Handlung die Bestätigungsweise seines Lebens, die Art und Weise der Befriedigung und Entwicklung seiner materiellen und geistigen Bedürfnisse, welche in den Motiven seiner Tätigkeit vergegenständlicht und transformiert sind. Ganz gleich, ob die Motive dem Subjekt bewußt werden oder nicht, ob sie über sich selbst als Interesse, als Wunsch oder als Leidenschaft signalisieren, ihre Bewußtseinsfunktion besteht darin, daß sie sozusagen die Lebensbedeutung der objektiven Bedingungen und der Handlungen des Subjekts unter diesen Bedingungen für das Subjekt "werten", ihnen persönlichen Sinn geben, einen Sinn, der nicht direkt mit der erfaßten objektiven Bedeutung übereinstimmt. Unter bestimmten Bedingungen kann das Nichtübereinstimmen von Sinn und Bedeutung im individuellen Bewußtsein den Charakter einer wirklichen Fremdheit zwischen ihnen annehmen, kann es sogar gegensätzlich sein.

In der Warengesellschaft entsteht diese Fremdheit mit Notwendigkeit und zudem bei Menschen, die auf den beiden gesellschaftlichen Polen stehen. Der Lohnarbeiter gibt über sich selbst natürlich in dem von ihm erzeugten Produkt Rechenschaft, mit anderen Worten, es erscheint vor ihm in seiner objektiven Bedeutung zumindest innerhalb der Grenzen, die erforderlich sind, damit er seine Arbeitsfunktion vernünftig ausüben kann. Aber der Sinn seiner Arbeit für ihn selbst besteht ||145| nicht darin, sondern in dem Lohn, um dessentwillen er arbeitet. "Die zwölfstündige Arbeit dagegen hat ihm keinen Sinn als Weben, Spinnen Bohren usw., sondern als Verdienen, das ihn an den Tisch, auf die Wirtshausbank, ins Bett bringt."[109] Diese Entfremdung zeigt sich auch am entgegengesetzten gesellschaftlichen Pol: Für Mineralienhändler, bemerkt Marx, haben die Mineralien nicht den Sinn von Mineralien.[110]

Die Aufhebung der Beziehungen des Privateigentums hebt auch diese Entgegensetzung von Bedeutung und Sinn im Bewußtsein der Individuen auf, jedoch ihre Nichtübereinstimmung bleibt.

Die Notwendigkeit ihrer Nichtübereinstimmung ist bereits in der frühen Vorgeschichte des menschlichen Bewußtseins angelegt, in der Existenz von zwei Arten der Sinnlichkeit, die das Verhalten der Tiere im gegenständlichen Milieu vermitteln. Bekanntlich beschränkt sich die Wahrnehmung der Tiere auf Einwirkungen, die als Signale mit der Befriedigung ihrer Bedürfnisse zusammenhängen, wenn auch nur eventuell, als Möglichkeit.[111] Aber die Bedürfnisse können die Funktion der psychischen Steuerung nur ausüben, wenn sie als stimulierende Objekte (und entsprechend als Mittel ihrer Beherrschung oder des Schutzes vor ihnen) auftreten. Mit anderen Worten, in der Sinnlichkeit der Tiere werden die äußeren Eigenschaften der Objekte und ihre Fähigkeiten, Bedürfnisse zu befriedigen, nicht voneinander getrennt. Wir erinnern: Auf einen bedingten Nahrungsreiz hin stürzt sich der Hund auf diesen, beleckt ihn.[112] Jedoch bedeutet die Untrennbarkeit der Wahrnehmung des Äußeren der Objekte von den Bedürfnissen bei den Tieren durchaus nicht ihre Übereinstimmung. Im Gegenteil, im Laufe der Evolution werden ihre Zusammenhänge immer beweglicher und komplizierter, es bleibt nur die Unmöglichkeit, sie zu isolieren. Sie trennen sich erst auf der Stufe des Menschen, auf ||146| der die verbalen Bedeutungen in die inneren Zusammenhänge dieser beiden Sinnlichkeitsformen eindringen.

Ich sage, daß die Bedeutungen eindringen (wenn es auch vielleicht besser sein mag, "eintreten" oder "eintauchen" zu sagen), nur um so das Problem zuzuspitzen. Und in der Tat: In ihrer Objektivität, das heißt als Erscheinungen des gesellschaftlichen Bewußtseins, werden die Objekte für das Individuum unabhängig von ihrer Beziehung zu seinem Leben, zu seinen Bedürfnissen und Motiven durch die Bedeutungen gebrochen. Sogar für das Bewußtsein eines Ertrinkenden bewahrt der Strohhalm, an den er sich klammert, dennoch seine Bedeutung als Strohhalm; etwas anderes ist es, daß dieser Strohhalm - sei es auch nur illusorisch - in diesem Moment für ihn den Sinn des Lebensretters erlangt.

Wenn auch in den ersten Etappen der Bewußtseinsentwicklung die Bedeutungen verschmolzen mit dem persönlichen Sinn auftreten, ist dennoch in dieser Verschmelzung implizit enthalten, daß sie nicht zusammenfallen, was dann auch unausweichlich offene, explizite Formen annimmt. Dies führt auch dazu, daß in der Analyse der persönliche Sinn als eine weitere Konstituente des Systems des individuellen Bewußtseins bestimmt werden muß. Das ist es auch, was nach einem Ausdruck von Wygotski jene "latente" Bewußtseinsebene schafft, welche so häufig in der Psychologie als angeblich unmittelbarer Ausdruck der ursprünglich direkt in der Natur des Menschen enthaltenen inneren Beweggründe interpretiert wird und nicht als diejenige, die in der Tätigkeit der Subjekte, in der Entwicklung der Motivation entsteht.

Im individuellen Bewußtsein trennen und vereinigen die von außen angeeigneten Bedeutungen tatsächlich die beiden Arten der Sinnlichkeit gleichzeitig - die Sinneseindrücke der äußeren Realität, in der die Tätigkeit des Individuums verläuft, und die Formen des sinnlichen Erlebens ihrer Motive, der Befriedigung oder Nichtbefriedigung der sich dahinter verbergenden Bedürfnisse.

Im Unterschied zu den Bedeutungen hat der persönliche Sinn ebenso wie die sinnliche Grundlage des Bewußtseins keine eigene "überindividuelle", keine eigene "nichtpsychologische" ||147| Existenz. Wenn die äußere Sinnlichkeit im Bewußtsein des Subjekts die Bedeutungen mit der Realität der objektiven Welt verbindet, so verbindet der persönliche Sinn diese mit der Realität seines Lebens in dieser Welt, mit dessen Motiven. Gerade der persönliche Sinn bewirkt die Engagiertheit des menschlichen Bewußtseins.

Oben wurde davon gesprochen, daß die Bedeutungen im individuellen Bewußtsein "psychologisiert werden", wenn sie zu der dem Menschen sinnlich gegebenen Realität der Welt zurückkehren. Ein weiterer und dabei entscheidender Umstand, der die Bedeutungen zu einer psychologischen Kategorie macht besteht darin, daß die Bedeutungen, indem sie im System des individuellen Bewußtseins funktionieren, nicht sich selbst, sondern die Bewegung des sich in ihnen verkörpernden persönlichen Sinns - dieses Für-sich-Seins des konkreten Subjekts realisieren.

Psychologisch, das heißt im Bewußtseinssystem des Subjekts und nicht als sein Gegenstand oder Produkt, existieren die Bedeutungen überhaupt zur als Realisierung des persönlichen Sinns, wie auch seine Handlungen und Operationen nur als Realisierung seiner Tätigkeit existieren, die von einem Motiv, von einem Bedürfnis stimuliert wird. Die andere Seite besteht darin, daß der persönliche Sinn stets Sinn von etwas ist: "reiner", nichtgegenständlicher Sinn ist ein ebensolcher Unsinn wie ein nichtgegenständliches Wesen.

Die Verkörperung des Sinns in den Bedeutungen ist ein zutiefst intimer, psychologisch inhaltsreicher, keineswegs automatisch und momentan sich vollziehender Prozeß. In den Schöpfungen der schöngeistigen Literatur in der Praxis der moralischen und politischen Erziehung kommt dieser Prozeß in seinem ganzen Umfang zur Geltung. Die wissenschaftliche Psychologie kennt diesen Prozeß nur in seinen spezifischen Ausdrucksformen, darin, daß die Menschen ihre wirklichen Stimulierungen "rationalisieren", im Erleben der Qual des Übergangs vom Gedanken zum Wort. ("Ich vergaß das Wort, das ich sagen wollte, und der körperlose Gedanke kehrt ins Schattenschloß zurück", wird Tjutschew von Wygotski zitiert.)

Am deutlichsten kommt dieser Prozeß in der Klassengesellschaft, ||148| unter den Bedingungen des ideologischen Kampfes zum Ausdruck. Der persönliche Sinn, der die Motive widerspiegelt,, welche durch die tatsächlichen Lebensbeziehungen des Menschen erzeugt werden, kann unter diesen Bedingungen keine ihn adäquat verkörpernden objektiven Bedeutungen finden und beginnt dann gleichsam in fremder Kleidung zu leben. Man muß sich den gewaltigen Widerspruch vorstellen, den diese Erscheinung erzeugt. Denn im Unterschied zum Sein der Gesellschaft ist das Sein des Individuums nicht "selbstredend", das heißt, das Individuum hat keine eigene Sprache, keine von ihm selbst erarbeiteten Bedeutungen. Das Bewußtwerden der Erscheinungen der Wirklichkeit kann nur vermittels der von außen angeeigneten "fertigen" Bedeutungen erfolgen - der Kenntnisse, Begriffe, Ansichten, die das Individuum im Verkehr, in der individuellen Kommunikation und der Massenkommunikation erhält. Dies schafft auch die Möglichkeit, in sein Bewußtsein entstellte oder phantastische Vorstellungen und Ideen hineinzutragen, ihm dabei auch solche aufzudrängen, die in der realen, praktischen Lebenserfahrung keinerlei realen Boden haben. Dieses Bodens beraubt, offenbaren sie im Bewußtsein des Menschen ihre Unsicherheit; indem sie zu Stereotypen werden, sind sie gleichzeitig wie alle Stereotypen zum Widerstand fähig, so daß sie nur durch eine ernsthafte Konfrontation mit dem Leben zerstört werden können. Aber auch ihre Zerstörung führt noch nicht zur Beseitigung der Desintegriertheit und Inadäquatheit des Bewußtseins, sie führt an und für sich nur zu seiner Entleerung, die zu einer psychologischen Katastrophe werden kann. Es muß im Bewußtsein des Individuums die Umgestaltung des subjektiven persönlichen Sinns in andere, ihm adäquate Bedeutungen hinzukommen.

Eine genauere Analyse dieser Umgestaltung des persönlichen Sinns in adäquate (adäquatere) Bedeutungen zeigt, daß dies unter den Bedingungen des sich in der Gesellschaft vollziehenden Kampfes um das Bewußtsein der Menschen vonstatten geht. Damit will ich sagen, daß das Individuum nicht einfach vor irgendeinem "Schaufenster" mit darin liegenden Bedeutungen "steht", unter denen es die Wahl hat, daß diese Bedeutungen - Vorstellungen, Begriffe, Ideen - nicht passiv auf die ||149| Wahl warten, sondern energisch in die Verbindungen des Individuums mit den Menschen eindringen, in die Verbindungen, die den Kreis seiner realen Kommunikation bilden. Wenn ein Individuum unter bestimmten Lebensbedingungen zur Wahl gezwungen ist, so ist dies keine Wahl zwischen Bedeutungen, sondern zwischen aufeinanderstoßenden gesellschaftlichen Positionen, die vermittels dieser Bedeutungen ausgedrückt und begriffen werden.

In der Sphäre der ideologischen Vorstellungen ist dieser Prozeß unausweichlich und hat nur in der Klassengesellschaft universellen Charakter. Jedoch finden wir diesen Prozeß auch unter den Bedingungen der sozialistischen, der kommunistischen Gesellschaft in dem Maße, in dem hier die Besonderheiten des individuellen Lebens eines Menschen, die Besonderheiten seiner sich entwickelnden persönlichen Beziehungen, seines Verkehrs und seiner Lebenssituationen zutage treten. Wir finden ihn auch deshalb, weil sowohl die Besonderheiten des Menschen als eines körperlichen Wesens als auch die konkreten äußeren Bedingungen, die nicht für alle identisch sein können, unwiederholbar sind.

Die sich ständig reproduzierende Nichtübereinstimmung persönlicher Sinnbildungen, welche Intentionalität sowie Engagiertheit des Bewußtseins des Subjekts in sich bergen, und der ihnen gegenüber "indifferenten" Bedeutungen, über die allein der Mensch sich selbst ausdrücken kann, verschwindet nicht und kann auch nicht verschwinden. Daher ist die innere Bewegung des entwickelten Systems des individuellen Bewußtseins auch voller Dramatik. Sie entsteht durch den persönlichen Sinn der sich nicht in adäquaten Bedeutungen "aussprechen" kann durch Bedeutungen, die ihrer Lebensgrundlage beraubt sind und sich deshalb mitunter im Bewußtsein des Subjekts qualvoll diskreditieren; schließlich entsteht sie durch die Existenz der miteinander in Konflikt liegenden Zielmotive.

Es braucht nicht wiederholt zu werden, daß diese innere Bewegung des individuellen Bewußtseins durch die Bewegung der gegenständlichen Tätigkeit des Menschen erzeugt wird, daß sich hinter dieser Dramatik die Dramatik seines realen Lebens verbirgt, daß deshalb eine wissenschaftliche Psychologie des ||150| Bewußtseins außerhalb der Untersuchung der Tätigkeit des Subjekts, außerhalb ihrer unmittelbaren Existenzformen nicht möglich ist.

Abschließend kann ich nicht umhin, hier das Problem der sogenannten "Lebenspsychologie", der Erlebenspsychologie zu berühren, die in der letzten Zeit in unserer Literatur erneut diskutiert wird.[113] Aus der Darlegung folgt direkt: Wenn auch die wissenschaftliche Psychologie nicht die Innenwelt des Menschen aus ihrer Betrachtung ausklammern soll, kann deren Untersuchung doch nicht von der Untersuchung der Tätigkeit getrennt werden, auch bildet sie keine besondere Richtung der wissenschaftlichen psychologischen Forschung. Das, was wir als die inneren Erlebnisse bezeichnen, sind an der Oberfläche des Bewußtseinssystems entstehende Erscheinungen, in denen das Bewußtsein für das Subjekt unmittelbar figuriert. Daher offenbaren Interesse oder Langeweile, Neigung oder Gewissensbisse dem Subjekt ihre Natur noch nicht selbst. Wenn sie auch als die inneren Kräfte erscheinen, die seine Tätigkeit stimulieren, besteht ihre reale Funktion nur darin, das Subjekt auf ihre tatsächliche Quelle hinzuführen, darin, daß sie den persönlichen Sinn von Ereignissen signalisieren, die sich in seinem Leben abspielen, daß sie ihn zwingen, gleichsam den Strom ihrer Aktivität für einen Augenblick anzuhalten, die entstandenen Lebenswerte genau zu betrachten, um sich in ihnen zu finden oder sie vielleicht zu revidieren.

Somit sind das menschliche Bewußtsein und die menschliche Tätigkeit nicht additiv. Bewußtsein ist keine Fläche und auch kein mit Abbildern und Prozessen gefüllter Raum. Es ist auch nicht der Zusammenhang seiner einzelnen "Einheiten", sondern Bewußtsein ist die innere Bewegung seiner Konstituenten, die zur gesamten Bewegung der Tätigkeit gehört, welche das reale Leben des Individuums in der Gesellschaft verwirklicht. Die Tätigkeit des Menschen stellt auch die Substanz seines Bewußtseins dar.

Die psychologische Analyse der Tätigkeit und des Bewußtseins enthüllt nur ihre gemeinsamen Systemqualitäten und abstrahiert ||151| verständlicherweise von den Besonderheiten der speziellen psychischen Prozesse - der Wahrnehmung und des Denkens, des Gedächtnisses und des Lernens sowie der sprachlichen Kommunikation. Aber diese Prozesse selbst existieren nur in den beschriebenen Beziehungen des Systems, auf seinen verschiedenen Ebenen. Wenn auch die Untersuchung dieser Prozesse eine besondere Aufgabe darstellt, ist sie doch keineswegs davon unabhängig, wie die Probleme der Tätigkeit und des Bewußtseins gelöst werden, da dies auch ihre Methodologie bestimmt.

Und schließlich die Hauptsache. Die Analyse der Tätigkeit und des individuellen Bewußtseins geht natürlich von der Existenz des realen körperlichen Subjekts aus. Jedoch ursprünglich, das heißt vor und außerhalb dieser Analyse fungiert das Subjekt nur als eine abstrakte, psychologisch "nicht gefüllte" Ganzheitlichkeit. Nur auf dem von der Untersuchung beschrittenen Weg offenbart sich das Subjekt auch konkret-psychologisch, als Persönlichkeit. Gleichzeitig zeigt sich, daß die Analyse des individuellen Bewußtseins ihrerseits nicht ohne Zuhilfenahme der Kategorie Persönlichkeit auskommt. Daher mußten in diese Analyse solche Begriffe wie "Engagiertheit des Bewußtseins" und "persönlicher Sinn" eingeführt werden, hinter denen sich ein weiteres, noch nicht berührtes Problem verbirgt - das Problem der psychologischen Untersuchung der Persönlichkeit als System. ||152|


[86] Mamardaschwili, M. K.: Die Analyse des Bewußtseins in den Arbeiten von Marx. "Woprossy filosofii", 1968, Nr. 6, S. 14.

[87] Vgl. "Geschichte der marxistischen Dialektik". Moskau 1971, S. 181 ff. (russ.).

[88] Rubinstein, S. L.: Sein und Bewußtsein. Berlin 1970, S. 31; Lektorski, W. A.: Das Subjekt-Objekt-Problem in der klassischen und modernen bürgerlichen Philosophie. Berlin 1968; Bruschlinski, A. W.: Über einige Modellierungsverfahren in der Psychologie. In: "Methodologische und theoretische Probleme der Psychologie". Berlin 1974, S. 202-224.

[89] Vgl. Leontjew, A. N.: Abbild und Modell. "Woprossy psichologii", 1970, Nr. 2.

[90] Vgl. Philosophische Enzyklopädie, Band 2, Stichwort "Ideelles". Moskau 1962 (russ.).

[91] Lenin, W. I.: Werke, Band 14, S. 42.

[92] Gregori, R.: Das vernünftige Auge. Moskau 1972 (russ.).

[93] Leontjew, A. N., Saporoshez, A. W.: Rehabilitation der Bewegung. Moskau 1945, S. 75 (russ.).

[94] Stratton, M.: Some preliminary experiments in vision without inversion of the retinal image. "Psychological Review", 1897, Nr. 4.

[95] Gaffron, M.: Perceptual experience: an analysis of its relation to the external world through internal processings. "Psychology: A Study of a Science", Band 4, 1963.

[96] Jin: Looking an upside-down face. "Journal of Experimental Psychology", Band 81 (1), 1969.

[97] Logwinenko, A. D., Stolin, W. W.: Wahrnehmung bei Inversion des Gesichtsfeldes. In: "Ergonomika", Band 6, Moskau 1973.

[98] Das veranlaßt die Einfuhrung des Begriffs "visuelles Feld" im Unterschied zum Begriff "visuelle Welt". Gibson, J. J.: Perception of the visual world. Boston 1950.

[99] Vgl. Logwinenko, A. D.: Invertiertes Sehen und visuelles Bild. "Woprossy psichologii", 1974, Nr. 5.

[100] Vgl. Logwinenko, A.D.: Perzeptionstätigkeit bei Inversion des Netzhautbildes. Im Sammelband "Wahmehmung und Tatigkeit", Moskau 1975 (russ.).

[101] Foley, J. P.: An experimental investigation of the visual field in the Resus monkey. "Journal of genetic Psychology", 1940, Nr. 56.

[102] Solomon, Ph., Kubzansky, P., and oth.: Physiological and Psychological aspects of sensory deprivation. - "Sensory deprivation", Cambridge, Mass., 1965.

[103] Vgl. Meschtscherjakow, A, I.: Blind-taubstumme Kinder. 1974 (russ.); Gurgenidse, G. S., lljenkow, E. W.: Ein hervorragendes Ergebnis der sowjetischen Wissenschaft. "Woprossy filosorii", 1975, Nr. 6.

[104] In diesem Kontext braucht nicht streng zwischen Begriffen und Wortbedeutungen, logischen Operationen und Bedeutungsoperationen unterschieden zu werden. - Anm. des Aut.

[105] Vgl. Galperin, P.J: Die Entwicklung der Untersuchungen über die Bildung geistiger Operationen. In: Ergebnisse der sowjetischen Psychologie. Berlin 1967. Galperin, P. J.: Die Psychologie des Denkens und die Lehre von der etappenweisen Ausbildung geistiger Handlungen. In: Untersuchungen des Denkens in der sowjetischen Psychologie. Moskau 1966 (russ.), Berlin 1967.

[106] Vgl. Marx/Engels: Werke, Ergänzungsband, erster Teil, S. 532-533.

[107] Marx/Engels: Werke, Band 19, S. 363.

[108] Leibniz G.W.: Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand. Moskau-Leningrad 1936, S. 88 (russ.).

[109] Marx/Engels: Werke, Band 6, S. 400-401.

[110] Vgl. Marx/Engels: Werke, Ergänzungsband, erster Teil, S. 542.

[111] Das diente deutschen Autoren als Grundlage für die Unterscheidung von Umwelt als dem, was von den Tieren wahrgenommen wird, und Welt, die sich nur dem Bewußtsein des Menschen offenbart.

[112] Vgl. Pawlow, I.P.: Gesammelte Werke, Band 3, Buch 1, S. 157 (russ.).

[113] Vgl "Woprossy psichologii", 1971, Nr. 4, 5; 1972, Nr. 1, 2, 3, 4.


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