Fünfter kritisch-psychologischer Salon

„Kontextualisierte Trauma-Arbeit gegen Gewalt an Frauen“

Ort: KulturKiezKneipe Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 14. Dezember 2018, 19.15 Uhr, Einlass ab 19.00

Ariane Brenssell stellt Verlauf und Erkenntnisse des Projekts „Feministische, kontextualisierte Trauma-Arbeit. Eine partizipative Forschung“ vor, die sie 2015 – 2018 mit dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Notrufen sowie mit Expertinnen aus Erfahrung durchführte. Sie zeigt,wie feministische, politische und subjektwissenschaftliche (kritisch-psychologische) Perspektiven den Blick auf Traumata verändern, und plädiert für eine Intervention in die aktuelle Traumadebatte.

Dr. phil. Ariane Brenssell ist Diplom-Psychologin und Professorin an der Ostfalia, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Braunschweig / Wolfenbüttel.

 

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Vierter kritisch-psychologischer Salon 2018

„Erzähl Dein Leben!
Individuelle Lebensgeschichten, kollektive Dimensionen von Erfahrung und gesellschaftliche Realität“

Ort: KulturKiezKneipe Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 12. Oktober 2018, 19.00 Uhr s.t., Einlass ab 18.30

Autobiographische Äußerungen sind ein selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen menschlichen Zusammenlebens. In Alltagsgesprächen zwischen Menschen werden Erlebnisse und Erfahrungen geteilt, beim Kennenlernen oder Wiedersehen erzählen Menschen sich Geschichten aus ihrem Leben, nehmen so Anteil am Leben anderer, holen sich und geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen. Ende des 19.Jahrhunderts erleichterte vor allem die Erfindung und stetige Weiterentwicklung von Tonaufzeichnungsgeräten den Einzug von autobiographischen Äußerungen auch in den wissenschaftlichen Kontext. Mit Hilfe von aufgezeichneten und transkribierten narrativ-biographischen Interviews war es nun möglich, die unterschiedlichsten sozialen Gruppen mit ihren konkreten Lebensverhältnissen und mit ihrer kollektiven Geschichte zu Wort kommen zu lassen. In der Kritischen Psychologie taucht Biographieforschung bisher nur marginal auf, obwohl gerade die Kritische Psychologie als marxistische Subjektwissenschaft Kategorien zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe die Vermittlung zwischen Individuum und Gesellschaft begrifflich gefasst und aktualempirisch analysiert werden kann.
In diesem Werkstattgespräch möchte Grete Erckmann ausgehend von Holzkamps Unterscheidung zwischen »Phänomenal-« und »Realbiographie« und unter Bezugnahme auf andere erziehungs- und bildungswissenschaftliche Biographieforschungsansätze erste Überlegungen zu einer möglichen subjekwissenschaftlichen Herangehensweise an Biographieforschung vorstellen und anhand eines fiktiven Beispiels einer möglichen Biographie diskutieren.“

Grete Erckmann, Dipl.-Psych., promoviert am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien zu Biographien von Jugendlichen. Sie arbeitet im Projekt „Outreach – mobile Jugendarbeit“ in Berlin als Streetworkerin in sogenannten „urbanen Problemvierteln“ und ist Mitglied der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GsFP).

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Beratung von Opfern rechter und rassistischer Gewalt

Gesa Köbberling

Wie können Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt in Deutschland unterstützt werden? In kritisch-psychologischer Perspektive greift Gesa Köbberling  Ergebnisse internationaler Hate-Crime-Forschung auf und rekonstruiert anhand von Fallanalysen und qualitativen Interviews den Zusammenhang zwischen individuellen Gewaltfolgen und gesellschaftlichem Kontext. Sie skizziert die Potenziale – aber auch die Grenzen – eines professionellen Unterstützungsangebots, das sich explizit als soziale und politische Praxis versteht. Die Studie knüpft an Diskussionen um Möglichkeiten einer kritischen Praxis Sozialer Arbeit an, die das Politische im Sozialen nicht ausklammert.

Gesa Köbberling ist Professorin an der Evangelischen Hochschule Freiburg.

Köbberling 2018_Inhalt

Print, 34,99 EUR
4/2018, 412 Seiten kart.
ISBN 978-3-8376-3866-0

E-Book (PDF), 34,99 EUR
5/2018, 412 Seiten
ISBN 978-3-8394-3866-4

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Forum Kritische Psychologie – Neue Folge, Nr. 1 – Migration und Rassismus

Migration und Rassismus: 40 Jahre nach der Gründung des Forum Kritische Psychologie (FKP) führt eine neue Redaktion die Zeitschrift in neuer Folge weiter – und widmet sich im ersten Heft Themenkomplexen, die gesellschaftlich so virulent wie psychologisch relevant sind. Die Zeitschrift setzt die Tradition des FKP fort und bietet zugleich ein Forum für unterschiedliche Lesarten und Weiterentwicklungen Kritischer Psychologie.

FKP-Inhaltsverzeichnis

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Krise und Kritik (in) der Psychologie

Katrin Reimer-Gordinskaya & Michael Zander (Hg.)

Festschrift für Wolfgang Maiers

Wolfgang Maiers befasst sich seit bald 40 Jahren mit dem widersprüchlichen Zustand der Psychologie: mit der Parallelexistenz disparater Grund­­annahmen, den regelmäßig wiederkehrenden Krisendiskussionen und dualistischen Konzeptionen. Er setzt sich für eine ›monistische‹ Psychologie ein, die das Verhältnis von Natur-, Gesellschafts- und Individualgeschichte begrifflich fasst und sich gesellschaftskritisch positioniert.
Am Psychologischen Institut der FU Berlin beteiligte er sich an der Ausarbeitung der Kritischen Psychologie, die er im angloamerikanischen Raum bekannt machte. Seit 1999 vertrat er die Professur für Allgemeine Psychologie am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal.
Anlässlich seines Abschieds vom Lehrbetrieb versammelt der Band u. a. Beiträge zu den Themen: Lehren und Lernen nach Bologna, Forschungsmethodik in Psychologie und Pädagogik, Kinderarbeit, Evolutionsforschung und Psychologie im Neoliberalismus.

Festschrift-Maiers_Inhaltsverzeichnis

Argument · ISBN 978-3-86754-599-0 · 15 €

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Ferienuniversität Kritische Psychologie 2018

»Es hat den Anschein, dass ein hoher Prozentsatz der berichteten Forschungsvorhaben sauber, methodisch einwandfrei und wirkungsvoll durchgeführt wurde und strengen, unverdrossenen Fleiß und experimentelle Gewissenhaftigkeit widerspiegelt; darüber hinaus sind sie von einer bemerkenswerten Bedeutungslosigkeit gekennzeichnet.« (Smith & Shoben, 1965)

Zu diesem Schluss kamen die ehemaligen Herausgebenden des »Journal of Abnormal and Social Psychology« nach der Durchsicht mehrerer tausend dort eingereichter Forschungsarbeiten. Über 50 Jahre sind vergangen. Hat sich an der Aktualität der Aussage von Smith und Shoben etwas geändert? Wird psychologische Forschung der Bedeutung, die ihr zugesprochen wird, tatsächlich gerecht? Erforscht die Psychologie Fragen, die Menschen in ihrer alltäglichen Lebensbewältigung beschäftigen?
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Dritter kritisch-psychologischer Salon 2018

Kritische Psychologie und Antipsychiatrie – Gemeinsam gegen den gesellschaftlichen Wahnsinn

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 8. Juni 2018, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

Auch wenn die Klage über die Inflation psychiatrischer Diagnosen und die Macht der Pharmaindustrie in weiten Teilen der Gesellschaft Widerhall findet, ist radikale Psychiatriekritik doch etwas aus der Mode gekommen. Der Verweis auf die Ausdifferenzierungen der (sozial-)psychiatrischen Versorgungslandschaft, auf die Einbindung von psychiatriebetroffenen Menschen als Genesungsbegleiter_innen in den Kreis der Professionellen oder auf den geplanten Ausbau des Home Treatment mag deren Veralten auf den ersten Blick rechtfertigen. Die antipsychiatrische Bewegung ist angetreten, die (sozial-)psychiatrische Ordnung ins Wanken zu bringen und deren Verbindung zu gesellschaftlichen Herrschaft- und Machtverhältnissen offenzulegen. Sie kritisiert die zum Teil offen gewaltförmig organisierten (sozial-) psychiatrischen Behandlungs- und Unterstützungsformen, sie problematisiert die Macht und die Funktion der Professionellen, sie stellt die „Verarztung des Wahnsinns“ (Foucault) in Frage und weist einschlägige theoretische und konzeptionelle Überlegungen der (Sozial-)Psychiatrie zurück. Hier ergeben sich nun interessante Schnittstellen zur Kritischen Psychologie. Gemeinsam stehen beide vor der Herausforderung, Menschen, die im hier und jetzt leiden, verzweifeln, Angst haben, Schmerzen verspüren, verunsichert sind, Unterstützung, Begleitung und Zuwendung suchen, Alternativen anzubieten. Was also tun?

Christian Küpper ist in der antipsychiatrisch orientierten Kriseneinrichtung Weglaufhaus »Villa Stöckle« in Berlin tätig und Lehrbeauftragter an der Alice Salomon Hochschule Berlin und an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

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