Psychologische Interventionen zur Veränderung des Umweltverhaltens – eine Kritik

Artikel von Nora Räthzel und David Uzzell in Forum Kritische Psychologie Neue Folge 6 (2025).

Verfügbar über: https://doi.org/10.58123/aliceopen-825-6

Zusammenfassung

In diesem Artikel wollen wir die in der Psychologie vorherrschende Vorstellung vom einzelnen Menschen kritisch beleuchten, die in psychologischen Strategien der Veränderung des Verhaltens gegenüber der Umwelt zum Tragen kommt. Theorien und Konzepte wie z. B. das egoistische Gen oder die Tragik der Allmende haben diese Forschungsarbeit vielfach untermauert. Die diesen speziellen Theorien zugrunde liegende Annahme besagt, dass Menschen unabhängige Monaden sind, abgeschnitten von sozialen Beziehungen und im Handeln ihren egoistischen Motiven folgend. Wir diskutieren ebenfalls einige der einflussreichsten Beiträge zur Critical Psychology und Umwelt-Soziologie, die diese individualistischen Ansätze kritisieren, in der Überzeugung, dass damit der einzelne Mensch als Summe der sozialen Beziehungen nur unzureichend abgebildet wird. Der deutsche Zweig der Critical Psychology, die Kritische Psychologie, zeichnet ein alternatives Bild vom Menschen, seinen Handlungen und Möglichkeiten. Wir regen an, von diesem Ansatz ausgehend Theorie und Praxis zu überdenken, um transformierende umweltfreundliche Praxen zu entwickeln.

Abstract

Psychological interventions to change environmental behaviour – a critique.  Our aim in this paper is to critically discuss a dominant conceptualisation of the individual that informs much of Psychology where it is being applied to behaviour change strategies. Theories and concepts such as the selfish gene, or the tragedy of the commons, we argue, have underpinned much of this research. The underlying assumption of these particular theories is that individuals are independent monads, cut off from societal relations and act in their egocentric interest. We also discuss some of the most influential contributions of Critical Psychology and Environmental Sociology, which criticize such individualistic approaches, arguing that they do not go far enough in rethinking the concept of the individual as a sum of its social relations. The German version of Critical Psychology, Kritische Psychologie, we suggest, provides an alternative view of human beings, their actions and capabilities, which can serve as a starting point for thinking and acting differently to create transformative pro- environmental practices.

 

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