Erster kritisch-psychologischer Salon 2018

we don’t need no educators?“

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 09. März 2018, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

Erziehung und Bildung haben Konjunktur: In pädagogischen Settings und in der Sozialen Arbeit werden wieder vermehrt Strafe und Disziplin gefordert. In einer Zeit, in der jeder Bereich des Alltags optimiert werden soll, wird Lebenslanges Lernen zum Dogma der Selbstverwertung. Außerdem soll Bildung gegen fast jede Form sozialer Missstände Abhilfe schaffen. Strukturelle soziale Probleme werden darin zu pädagogischen Problemen von Einzelnen umgedeutet. So lässt sich deren Bewältigung individualisieren. Die Einzelnen werden zur Verantwortung gezogen, ihr Scheitern wird Ihnen als persönliches Versagen angelastet. Diese „Pädagogisierung des Sozialen“ (Fabian Kessl) wirft alte Fragen neu auf. Wer erzieht die Erziehenden heute? Wo liegen soziale Grenzen pädagogischer Interventionen? Wie vertiefen pädagogische Professionelle einen verschärften Zugriff auf den Alltag ihrer Adressat*innen? Sollen alle lernen, das zu wollen, was sie wollen sollen? Wir diskutieren Schnittstellen zwischen Kritischer Pädagogik und Kritischer Psychologie, ihre Auffassungen von Autorität und das Problem, dass nicht jeder soziale Einfluss schon Erziehung ist.

Janek Niggemann ist Magister der Erziehungswissenschaft und vertritt als Gastdozent die Professur „Inklusion/Exklusion sowie Theoriezugänge und Struktur Sozialer Arbeit“ an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

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Anmeldung ab jetzt möglich! – „Praxis der Kritischen Psychologie in Deutschland und der Türkei“

Vom 24.-25.03.18 findet in Berlin die Konferenz „Praxis der Kritischen Psychologie in Deutschland und der Türkei“ statt. Die Konferenz wird veranstaltet von der Psychologischen Assoziation für soziale Solidarität (Todap / Türkei) und der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GSFP / Deutschland).

Programm: coming soon
Ablauf: 24.03.18 9:30 – 20 Uhr / 25.03.18 10:30 – 18:30 Uhr
Anmeldung bis 28.02.2018 unter: kontakt [at] kripsy.de
Spendenempfehlung: 10-50€ (Spendenbescheinigungen können bei Bedarf ausgestellt werden)
Veranstaltungsort: Rosa Luxemburg Stiftung, Münzenbergsaal, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Weitere Informationen demnächst unter: http://tuerkei.kripsy.de

 

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Psychologie II. Schulen und Praxen

Ariane Brenssell & Klaus Weber (Hg.)

Psychologie als Wissenschaft verortet sich im widersprüchlichen Feld von Herrschafts- und Befreiungswissen.
Die begrifflichen Vorannahmen in den herrschenden psychologischen Theorien und ihre handlungsorientierten Ansätze zielen darauf, die Subjekte ohne ihre Einbettung in die gesellschaftlichen Verhältnisse zu beschreiben. Kritische Psychologie dagegen legt auf der kategorialen wie auf der Praxisebene ein Konzept vor, das die individuelle Befreiung mit der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in eins denkt.
Diese von Ariane Brenssell und Klaus Weber herausgegebene Doppelausgabe bildet den Abschluss der immer wieder nachgelegten Taschenbuch-Grundlagenreihe ›texte kritische psychologie‹:
Der Band ›Theorien und Begriffe‹ stellt psychologische Mainstreamtheorien und die Kritik daran sowie die Grundannahmen der Kritischen Psychologie vor; praxisorientierte Ansätze der Psychologie und kritischpsychologische Alternativen dazu werden im Band Schulen und Praxen beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

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Psychologie I. Theorien und Begriffe

Ariane Brenssell & Klaus Weber (Hg.)

Psychologie als Wissenschaft verortet sich im widersprüchlichen Feld von Herrschafts- und Befreiungswissen. Die begrifflichen Vorannahmen in den herrschenden psychologischen Theorien und ihre handlungsorientierten Ansätze zielen darauf, die Subjekte ohne ihre Einbettung in die gesellschaftlichen Verhältnisse zu beschreiben. Kritische Psychologie dagegen legt auf der kategorialen wie auf der Praxisebene ein Konzept vor, das die individuelle Befreiung mit der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in eins denkt.
Diese von Ariane Brenssell und Klaus Weber herausgegebene Doppelausgabe bildet den Abschluss der immer wieder nachgelegten Taschenbuch-Grundlagenreihe ›texte kritische psychologie‹:
Der Band ›Theorien und Begriffe‹ stellt psychologische Mainstreamtheorien und die Kritik daran sowie die Grundannahmen der Kritischen Psychologie vor; praxisorientierte Ansätze der Psychologie und kritischpsychologische Alternativen dazu werden im Band Schulen und Praxen beschrieben.

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Sechster kritisch-psychologischer Salon 2017

Depressiver Realismus ohne Utopie?

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 08. Dezember 2017, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

Der kapitalistische Realismus, so Mark Fishers These, „funktioniert analog zu der gedämpften Perspektive eines Depressiven, der glaubt, dass jeder positive Zustand und jegliche Hoffnung gefährliche Illusionen sind.“ Einige glauben, dass wir in der besten aller Welten leben und verbieten sich, über ihr diffuses Unbehagen zu klagen, und blenden eigenes oder fremdes Leiden einfach aus, andere glauben, dass die Welt ein Hort des Elends, der Korruption und Gewinnmaximierung auf Kosten von Mensch, Tier und Natur ist, und haben die Hoffnung verloren, dass sich dies nochmal grundlegend ändern könnte. Die Kritische Psychologie ist damit angetreten, genau diese Alternativlosigkeit im Fühlen, Denken und Handeln im Alltag zu überwinden. Spätestens seit den 90ern traut sich jedoch niemand mehr so recht zu definieren, was empirisch unter restriktiver und verallgemeinerter Handlungsfähigkeit zu verstehen ist, womit eine konkrete Richtungsbestimmung über den Status Quo hinaus droht verloren zu gehen droht. Meine These ist, dass Fishers Diagnose, dass wir verlernt haben, uns eine andere Welt vorzustellen, um uns auf den Weg dorthin zu machen, nicht nur auf depressiv Verstimmte, sondern in der Tendenz auch auf den gegenwärtigen Zustand der Kritischen Psychologie zutrifft. Eine emanzipatorisch-intendierte Psychologie kann dieses gesellschaftliche Problem nicht lösen, sie kann jedoch einen Beitrag zum Verstehen depressiver Zustände leisten und damit vielleicht auch sich selbst helfen.

Dipl.-Psych. Leonie Knebel ist Psychotherapeutin und Doktorandin an der Freien Universität Berlin.

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SAVE THE DATE 24.03.-25.03.2018

Praxis der Kritischen Psychologie in Deutschland und der Türkei
Praxis of Critical Psychology in Germany and Turkey
Almanya’da ve Türkiye’de eleştirel psikoloji uygulamaları

Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

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Fünfter kritisch-psychologischer Salon 2017

Rechtspopulismus im High-Tech-Kapitalismus

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 10. November 2017, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

Vorgestellt wird ein Forschungsprojekt zur AfD in Sachsen-Anhalt. Dabei werden das Auftreten und die Attraktivität rechtspopulistischer Strömungen und Diskurse im Zusammenhang mit Konjunkturen und Krisen des High-Tech-Kapitalismus betrachtet. In Sachsen-Anhalt erhielt die AfD bei den Landtagswahlen im März 2016 24,3%, bei den Bundestagswahlen im September 2017 19,6% der Stimmen, wobei die Wahlbeteiligung jeweils relativ hoch war (61,1% u. 68,1%). Die öffentlich ventilierten Deutungen dieses Phänomens abstrahieren aus kritisch-psychologischer Sicht sowohl methodisch als auch gesellschaftstheoretisch und subjektwissenschaftlich von wesentlichen Aspekten ihres Gegenstandes. Dabei geht es gerade auch um Blindstellen innerhalb kritischer Theorie und linker Praxis. In einem kollektiven Forschungsprozess versuchen wir Alternativen zu entwickeln, so dass eine Analyse des Rechtspopulismus entsteht, die zugleich Eingriffsmöglichkeiten im Sinne der Stärkung (kollektiver) verallgemeinerter Handlungsfähigkeit eröffnet.

Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya ist Professorin am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Stendal.

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