Psychologie II. Schulen und Praxen

Ariane Brenssell & Klaus Weber (Hg.)

Psychologie als Wissenschaft verortet sich im widersprüchlichen Feld von Herrschafts- und Befreiungswissen.
Die begrifflichen Vorannahmen in den herrschenden psychologischen Theorien und ihre handlungsorientierten Ansätze zielen darauf, die Subjekte ohne ihre Einbettung in die gesellschaftlichen Verhältnisse zu beschreiben. Kritische Psychologie dagegen legt auf der kategorialen wie auf der Praxisebene ein Konzept vor, das die individuelle Befreiung mit der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in eins denkt.
Diese von Ariane Brenssell und Klaus Weber herausgegebene Doppelausgabe bildet den Abschluss der immer wieder nachgelegten Taschenbuch-Grundlagenreihe ›texte kritische psychologie‹:
Der Band ›Theorien und Begriffe‹ stellt psychologische Mainstreamtheorien und die Kritik daran sowie die Grundannahmen der Kritischen Psychologie vor; praxisorientierte Ansätze der Psychologie und kritischpsychologische Alternativen dazu werden im Band Schulen und Praxen beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Rubrik: Neuerscheinungen | Tags: ,

Psychologie I. Theorien und Begriffe

Ariane Brenssell & Klaus Weber (Hg.)

Psychologie als Wissenschaft verortet sich im widersprüchlichen Feld von Herrschafts- und Befreiungswissen. Die begrifflichen Vorannahmen in den herrschenden psychologischen Theorien und ihre handlungsorientierten Ansätze zielen darauf, die Subjekte ohne ihre Einbettung in die gesellschaftlichen Verhältnisse zu beschreiben. Kritische Psychologie dagegen legt auf der kategorialen wie auf der Praxisebene ein Konzept vor, das die individuelle Befreiung mit der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in eins denkt.
Diese von Ariane Brenssell und Klaus Weber herausgegebene Doppelausgabe bildet den Abschluss der immer wieder nachgelegten Taschenbuch-Grundlagenreihe ›texte kritische psychologie‹:
Der Band ›Theorien und Begriffe‹ stellt psychologische Mainstreamtheorien und die Kritik daran sowie die Grundannahmen der Kritischen Psychologie vor; praxisorientierte Ansätze der Psychologie und kritischpsychologische Alternativen dazu werden im Band Schulen und Praxen beschrieben.

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Sechster kritisch-psychologischer Salon 2017

Depressiver Realismus ohne Utopie?

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 08. Dezember 2017, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

Der kapitalistische Realismus, so Mark Fishers These, „funktioniert analog zu der gedämpften Perspektive eines Depressiven, der glaubt, dass jeder positive Zustand und jegliche Hoffnung gefährliche Illusionen sind.“ Einige glauben, dass wir in der besten aller Welten leben und verbieten sich, über ihr diffuses Unbehagen zu klagen, und blenden eigenes oder fremdes Leiden einfach aus, andere glauben, dass die Welt ein Hort des Elends, der Korruption und Gewinnmaximierung auf Kosten von Mensch, Tier und Natur ist, und haben die Hoffnung verloren, dass sich dies nochmal grundlegend ändern könnte. Die Kritische Psychologie ist damit angetreten, genau diese Alternativlosigkeit im Fühlen, Denken und Handeln im Alltag zu überwinden. Spätestens seit den 90ern traut sich jedoch niemand mehr so recht zu definieren, was empirisch unter restriktiver und verallgemeinerter Handlungsfähigkeit zu verstehen ist, womit eine konkrete Richtungsbestimmung über den Status Quo hinaus droht verloren zu gehen droht. Meine These ist, dass Fishers Diagnose, dass wir verlernt haben, uns eine andere Welt vorzustellen, um uns auf den Weg dorthin zu machen, nicht nur auf depressiv Verstimmte, sondern in der Tendenz auch auf den gegenwärtigen Zustand der Kritischen Psychologie zutrifft. Eine emanzipatorisch-intendierte Psychologie kann dieses gesellschaftliche Problem nicht lösen, sie kann jedoch einen Beitrag zum Verstehen depressiver Zustände leisten und damit vielleicht auch sich selbst helfen.

Dipl.-Psych. Leonie Knebel ist Psychotherapeutin und Doktorandin an der Freien Universität Berlin.

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SAVE THE DATE 24.03.-25.03.2018

Praxis der Kritischen Psychologie in Deutschland und der Türkei
Praxis of Critical Psychology in Germany and Turkey
Almanya’da ve Türkiye’de eleştirel psikoloji uygulamaları

Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

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Fünfter kritisch-psychologischer Salon 2017

Rechtspopulismus im High-Tech-Kapitalismus

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 10. November 2017, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

Vorgestellt wird ein Forschungsprojekt zur AfD in Sachsen-Anhalt. Dabei werden das Auftreten und die Attraktivität rechtspopulistischer Strömungen und Diskurse im Zusammenhang mit Konjunkturen und Krisen des High-Tech-Kapitalismus betrachtet. In Sachsen-Anhalt erhielt die AfD bei den Landtagswahlen im März 2016 24,3%, bei den Bundestagswahlen im September 2017 19,6% der Stimmen, wobei die Wahlbeteiligung jeweils relativ hoch war (61,1% u. 68,1%). Die öffentlich ventilierten Deutungen dieses Phänomens abstrahieren aus kritisch-psychologischer Sicht sowohl methodisch als auch gesellschaftstheoretisch und subjektwissenschaftlich von wesentlichen Aspekten ihres Gegenstandes. Dabei geht es gerade auch um Blindstellen innerhalb kritischer Theorie und linker Praxis. In einem kollektiven Forschungsprozess versuchen wir Alternativen zu entwickeln, so dass eine Analyse des Rechtspopulismus entsteht, die zugleich Eingriffsmöglichkeiten im Sinne der Stärkung (kollektiver) verallgemeinerter Handlungsfähigkeit eröffnet.

Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya ist Professorin am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Stendal.

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Vierter kritisch-psychologischer Salon 2017

„Wer motiviert warum wen wozu – und wer lässt sich motivieren?
Fragen an die Psychologie der Motivation“

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 14. Juli 2017, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

„Motivation“ soll das Gesamt von Beweggründen für menschliches Handeln bezeichnen, umfasst also Motive, Bedürfnisse, Wille, Verlangen, Begehren, Triebe, Interessen usw. Da ist wohl kaum Eindeutigkeit zur Beantwortung der Frage, was „Motivation“ ist, zu erwarten. Demgegenüber sind in kritisch-emanzipa-torischer Perspektive zwei Fragen zentral: erstens, ob und wie gesellschaftliche und individuelle Aspekte im Gesamt von Beweggründen des Handelns berücksichtigt und macht-kritisch ins Verhältnis gesetzt werden; und zweitens, ob und wie andere Menschen „motiviert“ wer-den, also dazu gebracht werden sollen, zu wollen, was sie sollen (und welche Interessen dabei bedient, emanzipatorisch ausgewiesen oder ggf. maskiert werden) – oder ob und wie Menschen selber Aufschluss über ihre eigenen Beweggründe und deren Widersprüche gewinnen wollen. Unter allen Umständen ist auch zu klären, ob und inwieweit Menschen sich „Illusionen“ über die „wirklichen Motive ihrer Handlungen“ (Marx) machen. Dies ist auch ein Problem versteckter „Motivierungen“ wie beim sog. „nudging“, dessen rechtliche und moralische Probleme mit diskutiert werden sollen.

Prof. Dr. Morus Markard, Dipl.-Psych., Hochschullehrer an der Freien Universität Berlin.

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Dritter kritisch-psychologischer Salon 2017

„Praxis verändern mit Betroffenen: Wie (Teilhabe-)Konflikte produktiv gestalten?“

Ort: KulturKiezKneipe Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 09. Juni 2017, 19.00 Uhr s.t., Einlass ab 18.30

Durch das Arbeitsprinzip Partizipation in der Sozialen Arbeit sollen Praxen Unterstützung finden, die Wissensdomänen der Beteiligten konsequent als gleichwertig respektieren. Aktuelle Praxisbeispiele aus Deutschland und USA zeigen, wie u.a. mit Familien bestehende Angebote einer kritischen Prüfung und Weiterentwicklung unterzogen wurden. Konflikte im Zusammenhang mit der Stärkung der Selbstorganisation einerseits und der Etablierung von Vereinnahmungsprozessen anderseits sind dabei nur ein Feld, in dem aufscheint, dass dialogische Praxen keineswegs als konfliktarm, sondern viel mehr als konfliktreich zu kennzeichnen sind.  Wie Konfliktlinien, die nicht selbstverständlich zwischen Professionellen und Angebots-Nutzer_innen, sondern gegebenenfalls zwischen Professionellen und ihren institutionellen Rahmen verlaufen, im Kontext subjektwissenschaftlicher Praxisforschung produktiv aufgegriffen werden können, kann bei dieser Gelegenheit diskutiert werden.

Prof. em. Dr. Timm Kunstreich war Hochschullehrer an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie.

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Zweiter kritisch-psychologischer Salon 2017

Subjektivierungsprozesse und Handlungsfähigkeit in der Flüchtlingsunterbringung

Zeit: Freitag, 12. Mai 2017, 19 bis 21 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

(Der Salon kann ab 18:30 mit einem Getränk und Zeit für ein persönliches Gespräch beginnen, um 19 Uhr s.t. geht’s mit dem Vortrag los.)

Im Herbst 2015 wurden (nicht nur) in Berlin dutzende Notunterkünfte in Turnhallen oder anderen großen Hallen eingerichtet. Diese bildeten für Tausende von geflüchteten Menschen oftmals für mehr als ein Jahr den Lebensmittelpunkt und die einzige Unterbringungsmöglichkeit überhaupt. Wie hat sich der Alltag in den Turnhallen gestaltet und welche Auswirkungen hatte diese Art der Unterbringung auf die Geflüchteten? Anhand der exemplarischen Analyse einer Berliner Notunterkunft werden im Kontext dieses Vortrags die Situation in den Turnhallen und ihre Auswirkungen auf der Subjektebene skizziert. In Anlehnung an Klaus Holzkamps Unterscheidung zwischen restriktiver und verallgemeinerter Handlungsfähigkeit wird danach gefragt, wie seitens der Geflüchteten, aber auch anderer Akteur_innen versucht wurde, die Handlungsfähigkeit der Geflüchteten zu erweitern.

Dr. Judith Vey ist Leiterin des Forschungsprojekts „Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung“ an der TU Berlin.

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