Vierter kritisch-psychologischer Salon 2017

„Wer motiviert warum wen wozu – und wer lässt sich motivieren?
Fragen an die Psychologie der Motivation“

Ort: KulturKiezKneipe Laika,
Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 14. Juli 2017, 19.00 Uhr s.t.,
Einlass ab 18.30

„Motivation“ soll das Gesamt von Beweggründen für menschliches Handeln bezeichnen, umfasst also Motive, Bedürfnisse, Wille, Verlangen, Begehren, Triebe, Interessen usw. Da ist wohl kaum Eindeutigkeit zur Beantwortung der Frage, was „Motivation“ ist, zu erwarten. Demgegenüber sind in kritisch-emanzipa-torischer Perspektive zwei Fragen zentral: erstens, ob und wie gesellschaftliche und individuelle Aspekte im Gesamt von Beweggründen des Handelns berücksichtigt und macht-kritisch ins Verhältnis gesetzt werden; und zweitens, ob und wie andere Menschen „motiviert“ wer-den, also dazu gebracht werden sollen, zu wollen, was sie sollen (und welche Interessen dabei bedient, emanzipatorisch ausgewiesen oder ggf. maskiert werden) – oder ob und wie Menschen selber Aufschluss über ihre eigenen Beweggründe und deren Widersprüche gewinnen wollen. Unter allen Umständen ist auch zu klären, ob und inwieweit Menschen sich „Illusionen“ über die „wirklichen Motive ihrer Handlungen“ (Marx) machen. Dies ist auch ein Problem versteckter „Motivierungen“ wie beim sog. „nudging“, dessen rechtliche und moralische Probleme mit diskutiert werden sollen.

Prof. Dr. Morus Markard, Dipl.-Psych., Hochschullehrer an der Freien Universität Berlin.

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Dritter kritisch-psychologischer Salon 2017

„Praxis verändern mit Betroffenen: Wie (Teilhabe-)Konflikte produktiv gestalten?“

Ort: KulturKiezKneipe Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 09. Juni 2017, 19.00 Uhr s.t., Einlass ab 18.30

Durch das Arbeitsprinzip Partizipation in der Sozialen Arbeit sollen Praxen Unterstützung finden, die Wissensdomänen der Beteiligten konsequent als gleichwertig respektieren. Aktuelle Praxisbeispiele aus Deutschland und USA zeigen, wie u.a. mit Familien bestehende Angebote einer kritischen Prüfung und Weiterentwicklung unterzogen wurden. Konflikte im Zusammenhang mit der Stärkung der Selbstorganisation einerseits und der Etablierung von Vereinnahmungsprozessen anderseits sind dabei nur ein Feld, in dem aufscheint, dass dialogische Praxen keineswegs als konfliktarm, sondern viel mehr als konfliktreich zu kennzeichnen sind.  Wie Konfliktlinien, die nicht selbstverständlich zwischen Professionellen und Angebots-Nutzer_innen, sondern gegebenenfalls zwischen Professionellen und ihren institutionellen Rahmen verlaufen, im Kontext subjektwissenschaftlicher Praxisforschung produktiv aufgegriffen werden können, kann bei dieser Gelegenheit diskutiert werden.

Prof. em. Dr. Timm Kunstreich war Hochschullehrer an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie.

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Zweiter kritisch-psychologischer Salon 2017

Subjektivierungsprozesse und Handlungsfähigkeit in der Flüchtlingsunterbringung

Zeit: Freitag, 12. Mai 2017, 19 bis 21 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

(Der Salon kann ab 18:30 mit einem Getränk und Zeit für ein persönliches Gespräch beginnen, um 19 Uhr s.t. geht’s mit dem Vortrag los.)

Im Herbst 2015 wurden (nicht nur) in Berlin dutzende Notunterkünfte in Turnhallen oder anderen großen Hallen eingerichtet. Diese bildeten für Tausende von geflüchteten Menschen oftmals für mehr als ein Jahr den Lebensmittelpunkt und die einzige Unterbringungsmöglichkeit überhaupt. Wie hat sich der Alltag in den Turnhallen gestaltet und welche Auswirkungen hatte diese Art der Unterbringung auf die Geflüchteten? Anhand der exemplarischen Analyse einer Berliner Notunterkunft werden im Kontext dieses Vortrags die Situation in den Turnhallen und ihre Auswirkungen auf der Subjektebene skizziert. In Anlehnung an Klaus Holzkamps Unterscheidung zwischen restriktiver und verallgemeinerter Handlungsfähigkeit wird danach gefragt, wie seitens der Geflüchteten, aber auch anderer Akteur_innen versucht wurde, die Handlungsfähigkeit der Geflüchteten zu erweitern.

Dr. Judith Vey ist Leiterin des Forschungsprojekts „Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung“ an der TU Berlin.

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Erster kritisch-psychologischer Salon 2017

Abstiegsangst? Sozialpsychologie des Trumpismus

Zeit: Freitag, 17. März 2017, 19 bis 21 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

(Der Salon kann ab 18:30 mit einem Getränk und Zeit für ein persönliches Gespräch beginnen, um 19 Uhr s.t. geht’s mit dem Vortrag los.)

Wer hat warum Donald Trump gewählt? Welche Rolle spielen Ökonomie und Ideologie für den Aufstieg des Rechtspopulismus? Nach dem Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 schienen Erklärungen schnell bei der Hand zu sein. Manche machten das Proletariat verantwortlich, das zum „reaktionären Subjekt“ geworden sei (Micha Brumlik); andere diagnostizierten einen „neuen Kulturkampf“ zwischen „Linksliberalen und Rechtsnationalen“ (Silja Häusermann). Beide Deutungen sind allerdings kaum vereinbar mit vorliegenden Daten, aus denen sich widersprüchliche Gründe für die Unterstützung Trumps  ableiten lassen. Eine kritisch-psychologische Analyse muss versuchen, ökonomische Bedingungen ebenso zu berücksichtigen wie deren (ideologische) Interpretation. Zur Debatte steht dabei auch der „Global Trumpism“ (Mark Blyth), also der internationale Aufstieg einer radikalen Rechten von der AfD bis zum Front National.

Referent: Michael Zander, Dipl.-Psych., Dr. phil., vertritt eine Professur für Reha-Psychologie an der HS Magdeburg-Stendal.

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Videomitschnitte Ferienuni Kritische Psychologie 2016

Sechs Video-Mitschnitte von der Ferienuni Kritische Psychologie 2016 sind nun in einer Playlist (Klicke im Videobild links oben) verfügbar. Los geht es mit Morus Markards Eröffnungsbeitrag. Weitere Dokumentationen (Audio-Mitschnitte, Präsentationsfolien, Texte) werden nach und nach auf der Dokumentationseite der Ferienuni angeboten.

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Sechster kritisch-psychologischer Salon 2016

Wie entstehen Vorurteile bei Kindern? Subjektwissenschaftliche Perspektiven auf sozialpsychologische Konzepte und Befunde

Plakat_Werkstatt_KP_A2_2016_Zeit: Freitag, 09. Dezember 2016, 19 bis 21 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

(Der Salon kann ab 18:30 mit einem Getränk und Zeit für ein persönliches Gespräch beginnen, um 19 Uhr s.t. geht’s mit dem Vortrag los.)

Im angloamerikanischen Raum geht die Forschung zur Ontogenese von Vorurteilen bis in die 1930er Jahre zurück. Hierzulande ist sie bis heute randständig geblieben, wäre aber eine wichtige konzeptionelle Grundlage für allerlei Ansätze (z.B. Anti-Bias-Ansatz, Kinderwelten), die vorurteilsbewusste Bildung mit Kindern anleiten wollen. Der Vortrag informiert über einschlägige Theorie und Empirie, und diskutiert Relevanz und Gehalt aus kritisch-psychologischer Sicht.

Katrin Reimer-Gordinskaya, Dipl.-Psych. Dr. phil., ist Professorin für Kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

 

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Fünfter kritisch-psychologischer Salon 2016

Psychiatrie im Neoliberalismus – Eine kurze Geschichte und Kritik der Sozialpsychiatrie

Plakat_Werkstatt_KP_A2_2016_Zeit: Freitag, 11. November 2016, 19 bis 21 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

(Der Salon kann ab 18:30 mit einem Getränk und Zeit für ein persönliches Gespräch beginnen, um 19 Uhr s.t. geht’s mit dem Vortrag los.)

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vollzieht sich eine Reformation der psychiatrischen Versorgung, welche in der psychiatrischen Medizin oft vorbehaltlos als die Abschaffung des menschenunwürdigen Asyls gefeiert wird. Der Vortrag wird einen kurzen Überblick über die wesentlichen Prozesse dieser Veränderungen geben und dabei versuchen, die neoliberale Restrukturierung der Psychiatrie zu skizzieren. Neben den institutionellen, diagnostischen und pharmakologischen Veränderungen soll auch die sich wandelnde Anti-Psychiatrie-Bewegung beschrieben werden.

Referent: Robin Iltzsche, M.Sc. in Psychologie, promoviert am Institut für Soziologie in Frankfurt am Main zur psychiatrischen Regierung von Suizidalität.

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Perspektiven kritischer Psychologie und qualitativer Forschung

Zur Unberechenbarkeit des Subjekts

Denise Heseler / Robin Iltzsche / Olivier Rojon / Jonas Rüppel / Tom David Uhlig (Hg.), 2016 erschienen bei Springer (Heidelberg).

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Der vorliegende Band versammelt einführende Beiträge, die einen Überblick über das Feld kritischer Psychologien im deutsch- und englischsprachigen Raum sowie deren methodisch-methodologische Implikationen verschaffen. Damit begegnet er einem zunehmenden Interesse an jenen Theorie- und Forschungsansätzen, die im Zuge einer paradigmatischen Engführung der Psychologie seit den 1990er Jahren fast vollständig aus dem akademischen Betrieb verschwunden sind. Im Fokus der Beiträge stehen die Grundlagen psychoanalytischer, marxistischer, sozialkonstruktionistischer und queer-feministischer Psychologie.

Inhaltsverzeichnis

 

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Vierter kritisch-psychologischer Salon 2016

Trauma, Trigger, Trivialisierung. Probleme eines Diskurses (nicht nur) in der Linken

Plakat_Werkstatt_KP_A2_2016_Referent: Michael Zander

Zeit: Freitag, 14. Oktober 2016, 19 bis 21 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

(Der Salon kann ab 18:30 mit einem Getränk und Zeit für ein persönliches Gespräch beginnen, um 19 Uhr s.t. geht’s mit dem Vortrag los.)

Ursprünglich ist „Trauma“ in der Psychologie ein ernstzunehmender, wenngleich umstrittener Begriff, um Folgen von schockierenden Erfahrungen zu beschreiben. In jüngerer Zeit wird er jedoch zunehmend eingesetzt, um selbst kritische Darstellungen gesellschaftlicher Verhältnisse zu diskreditieren. Manche Beispiele klingen wie von Konservativen erfunden, etwa Campusregeln, die „Klassenverhältnisse zum Tabu“ machen, weil „sich jemand … an die eigene Unterprivilegierung erinnert … fühlen könnte“ (FAZ, 20.9.15). Der Vortrag analysiert den Diskurs, der mittlerweile auch in der Linken geführt wird.

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