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Die Kritische Psychologie ist ein subjektwissenschaftlicher Forschungsansatz, der im Kontext der Studentenbewegung entstand und ein anderes Verständnis vom Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft sowie von Gesellschaft und Subjekten hat, als sich dies im Mainstream der Psychologie findet. Mehr Informationen finden sich in unserem Einstieg in die Kritische Psychologie.

Sie finden hier Material und Informationen zum Ansatz der Kritischen Psychologie sowie Ankündigungen von Veranstaltungen und Hinweise auf aktuelle Publikationen, die sich sowohl mit Praxiswidersprüchen im psychologischen Alltag als auch gesellschaftstheoretischen Fragen befassen.

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Total vergriffen, immer wieder nachgefragt – endlich digital zugänglich

Gisela Ulmann “Über den Umgang mit Kindern” (1987)

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Dieses Buch ist ein von manchen verschmähter Anti-Ratgeber, der aber anderen nützlich ist, weil er zeigt, wie man über alltägliche Probleme mit Kindern nachdenken kann, um sie zu lösen. Vielen diente dieses Buch auch als verständliche Einführung in Kritische Psychologie.

Online-Version: “Über_den_Umgang_mit_Kindern” (pdf)

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Störungen

Reihe: texte kritische psychologie

Ariane Brenssell & Klaus Weber (Hrsg.)

störungen.brenssell.weber»Gestört sind alle und überall.« Die Begriffe der (Sozial-)Psychiatrie ebenso wie die psychiatrische Praxis basieren auf der Konstruktion von Störungen, die im Subjekt zu finden seien. So wird die Frage nach dem Zusammenhang gesellschaftlicher Entwicklungen mit subjektiven Problemen entnannt und auf die Einzelnen als Träger von »Störungen« abgewälzt. Für den Erhalt der Psy-Professionen (Sozialarbeit, Psychologie, Psychiatrie etc.) ist dieser Vorgang berufsständisch und ökonomisch funktional. Aus kritisch-psychologischer Sicht hingegen ist »gestörtes« Verhalten subjektiv sinnvoll und als Form individueller Auseinandersetzung mit dieser Welt zu verstehen.

 

Inhalt

Ariane Brenssell & Klaus Weber: Vorwort
Erich Wulff: Sozialpsychiatrischer Krankheitsbegriff
Reinhard Lütjen: Zum Verständnis und zur Verstehbarkeit von Psychosen
Klaus Weber: Kein Ort – Machtverhältnisse und zerrissene seelische Landschaften
Christian Küpper: Erfahrung – Betroffenheit – Emanzipation
Ariane Brenssell: Traumaverstehen
Charlotte Jurk: Depression ist keine Volkskrankheit
Vanessa Lux: Auf der Suche nach dem gestörten Subjekt. Zur Diskussion in den Neurowissenschaften
Morus Markard & Christina Kaindl: Diagnostik zwischen Merkmalszuschreibungen und Begründungsdiskurs. Probleme und Möglichkeiten subjektwissenschaftlicher Diagnostik

Das Buch ist beim Argument-Verlag erschienen und kann für 9,90 Euro bestellt werden.

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Neue Publikationen der Tübinger Forschungsgruppe

Wir möchten Sie auf zwei Neuerscheinungen der Tübinger Forschungsgruppe hinweisen (http://www.tuebinger-forschungsgruppe.de/).

1. Handbuch Subjektwissenschaft

Bei der Frage nach dem »Subjekt« handelt es sich nicht nur um eine akademisch-wissenschaftliche Frage, sondern auch um eine politische und um eine sehr praxisrelevante. Dahinter steht die grundlegende Frage, ob widerständiges Handeln (noch) möglich ist. Verzichtet man auf den Subjektbegriff vollständig, wird es schwierig, Widerstand, Protest, Verteidigung der eigenen Würde, Eigensinn, Mitbestimmung, Selbstbestimmung, Verantwortung und Solidarität überhaupt zu thematisieren. Daran wird deutlich, dass der subjektwissenschaftliche Ansatz, um den es in diesem Handbuch geht, einen emanzipatorischen Anspruch und damit auch einen politischen Anspruch hat.
Das zentrale Ziel des Handbuches ist es, den subjektwissenschaftlichen Ansatz so darzustellen, wie er von der Kritischen Psychologie in Berlin entwickelt wurde und konkret aufzuzeigen, wie er sich in Forschung und Praxis umsetzen lässt.

Die AutorInnen:
Prof. Dr. Martin Allespach, Dr. Kristine Baldauf-Bergmann, Lucie Billmann,
Johanna Bröse, Prof. Dr. Ulrike Eichinger; Grete Erckmann, Prof. Dr. Peter
Faulstich, Heiner Gutbrod, Prof. Dr. Josef Held, Samuel Huber, Leonie
Knebel, Prof. Dr. lnes Langemeyer; Prof. Joachim Ludwig, Prof. Dr. Morus
Markard, Dr. Thomas Rihm, Prof. Dr. Gerhard Zimmer

Handbuch Subjektwissenschaft (pdf)

2. Jugendliche im Übergang von Schule zum Beruf. Berufsorientierung junger Menschen mit Migrationsgeschichte

Die Tübinger Forschungsgruppe für Migration I lntergration I Jugend I Verbände hat die subjektiven Berufsorientierungen von Hauptschülerlnnen untersucht, insbesondere die Probleme der Berufsorientierung gegen Ende der Schulzeit sowie die Einflüsse des räumlichen und sozialen Umfelds und der involvierten Einrichtungen.
Zusammenfassend werden die Ergebnisse zu Handlungsanleitungen verdichtet und ein Vorschlag für ein Programm zur Unterstützung der Berufsorientierung Jugendlicher mit Migrationsgeschichte vorgestellt, das in der Praxis – auch in Schulen – umgesetzt werden kann.

Die Autorlnnen:
Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Held, Dipl. Päd. Johanna Bröse, Claudia Rigotti, Dilek Donat

Jugendliche_im_Übergang (pdf)

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„Adolf Hitler, ‚Mein Kampf’ und die Psychologie“

Diskussionsveranstaltung der GsFP mit Dr. phil. habil. Klaus Weber

Zeit: Montag, 01. Dezember 2014, 19 Uhr
Ort: „Familiengarten“, Oranienstr. 34 (Hinterhaus), 10999 Berlin

Klaus Weber unterstützt die Historikergruppe des Instituts für Zeitgeschichte (München) bei der Kommentierung der vierbändigen historisch-kritischen Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ als psychologischer Fachberater. Aus diesem Kontext heraus hat er uns folgenden Einladungstext zukommen lassen:

Um es vorweg zu sagen: Für PersönlichkeitspsychologInnen ist Hitler ein „gefundenes Fressen“. Es gibt haufenweise Material über ihn, quasi alle seine Handlungen, seine Reden und seine Schriften sind verfügbar. Kaum ein Tag seines Lebens (mit größeren blinden Flecken seiner Kindheit und Jugend), der nicht dokumentiert wäre. Mindestens fünf renommierte Historiker haben tausendbändige Biografien über ihn und sein Tun geschrieben.
Wenn die Kritische Psychologie recht hat mit der Grundannahme, dass die Begründungen für subjektives Handeln gemeinsam mit den handelnden, denkenden und fühlenden Menschen erarbeitet werden können, dann wäre bei Hitler genügend Material vorhanden, um verstehen zu können, wie sich Person, Strukturen und Verhältnisse auf eine Art und Weise verändert haben, dass so etwas wie „Faschismus“ mit Hitler möglich wurde. (Es gibt genügend Historiker, die davon ausgehen, ohne Hitler wäre es zum deutschen Faschismus nicht gekommen und falls schon, dann hätte er andere Strukturen und Feindbilder entwickelt).

Mein Vortrag soll

a) die Probleme zeigen, die es gibt, wenn Psychologie und Hitler aufeinandertreffen,
b) Suchbewegungen entwickeln, um kritisch-psychologisch die Person Hitler als Subjekt und als Struktureffekt gesellschaftlicher Logiken zu denken,
c) darstellen, wie Hitler in „Mein Kampf“ ein Programm entwickelt, das er bis 1945 durchzieht,
d) danach fragen, welche ideologischen Muster (Hitler als das „Böse“ schlechthin, die Nazis als Barbaren etc.) aus dem Weg zu räumen sind, um Hitler und den deutschen Faschismus auch kritisch-psychologisch zu verstehen.“

Dr. phil. habil. Klaus Weber ist Professor für Psychologie an der Hochschule München für Angewandte Wissenschaften. U.a. gibt er im Argument-Verlag die Reihe „texte kritische psychologie“ heraus, deren letzter Band „Störungen“ im September 2014 erschienen ist. Seine 2003 erschienene Habilitationsschrift hat den Titel: „Blinde Flecken. Der psychologische Blick auf Faschismus und Neofaschismus“.

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