Alltagsverstand, politische Bildung und Utopie in der Sozialen Arbeit

Buchvorstellung mit Uwe Hirschfeld

hirschfeld notizen alltagsverstand
Zeit: Mittwoch, den 10.02.2016,  18:00 Uhr
Ort: Audimax der Alice Salomon Hochschule Berlin
Moderation: Janek Niggemann

Eine Veranstaltung im Rahmen des Seminars „Can the subaltern learn?“ im Masterstudiengang Praxisforschung der Alice Salomon Hochschule in Kooperation mit der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GsFP).

Uwe Hirschfeld rekonstruiert, wie der italienische Kommunist Antonio Gramsci in den ‚Gefängnisheften‘ einen kritischen Begriff von „Alltagsverstand“ entworfen hat. Gefragt wird, wie relevant er für Soziale Arbeit, politische Bildung und pädagogische Praxis sein kann. Dazu wird für die politische Bildung ein mäeutischer Ansatz entworfen, der den Schwerpunkt auf die Selbsttätigkeit von Menschen legt und daran anschließt. Akteur_innen der politischen Bildung sollen so die Dialektik der Organisation von selbstbestimmtem Lernen reflektieren und praktisch ausarbeiten können. Der Auseinandersetzung mit Utopie kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, denn in ihr werden die gesellschaftlichen Alternativen entdeckt, erfunden und verhandelt, die für kollektives Engagement wesentlich sind.

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Handbuch Therapeutisierung und Soziale Arbeit

Roland Anhorn & Marcus Balzereit (Hg.), 2016 erschienen im VS-Verlag (Frankfurt/M.)

therapeutisierung

 

Der Band behandelt nicht (allein) in dezidiert kritisch-psychologischer Perspektive der Holzkamp-Tradition, wohl aber in Verfolgung von „Perspektiven kritischer Sozialer Arbeit“ (und – wie hinzufügen wäre – kritischer psychologischer Theorie und Praxis) das weite Feld der „Therapeutisierung“ oder Psychologisierung.

Inhaltverzeichnis-Therapeutisierung

 

Rubrik: Neuerscheinungen |

Ciencia marxista del sujeto

Una introducción a la Psicología Crítica de Klaus Holzkamp

holzkamp vollmer ciencia marxista des sujetoedición de Santiago Vollmer

Este ensayo presenta una selección de textos de Klaus Holzkamp, figura clave de la Psicología Crítica nacida a partir de la década de 1970 en la Universidad Libre de Berlín.
Gracias a ellos podremos adentrarnos en un corpus psicológico cuya metodología apunta directamente a un fin último: potenciar y ampliar la capacidad de acción subjetiva, «la capacidad que tengo de llegar a disponer, en asociación con otros individuos, de mis condiciones de vida individualmente relevantes». Los artículos originales escogidos para esta primera edición de textos de Holzkamp en lengua castellana se publicaron entre los años 1984 y 1995. La compilación se divide en tres partes: Los conceptos fundamentales de la ciencia del sujeto (con textos que esbozan cuestiones metodológicas del enfoque psicológicocrítico y sus categorías analíticas), La Psicología Crítica y el Psicoanálisis (donde se recogen varios ejemplos de la nueva perspectiva psicológico-crítica) y La educación, la enseñanza y el aprendizaje desde la perspectiva de la ciencia del sujeto (con la que se podrá seguir el desarrollo y la formación de la fértil teoría de Holzkamp sobre el aprendizaje). Lesen fortsetzen

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Website-Umbau: Mehr Texte leichter finden

Mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung konnte ein größerer Strukturumbau der Website Kritische Psychologie umgesetzt werden. Grafisch sind die Änderungen nur gering, die Neuerungen liegen im Unterbau und in der inhaltlichen Struktur. Es gibt nun:

COinS kurz erklärt

COinS steht für ContextObjects in Span. Es handelt sich um einen Metadaten-Standard für bibliografische Angaben zu Literaturquellen. Diese Metadaten sind „unsichtbar“ in Webseiten einbettet und können von Literaturverwaltungstools wie den Browser-Plugins Zotero oder Citavi Picker ausgelesen werden. Alle Online-Artikel auf der Website kritische-psychologie.de wie auch solche Artikel, die auf externe Quellen verweisen, enthalten die COinS-Metadaten und können per Klick in die genannten Literatur-Datenbanken übernommen werden.

Forum Kritische Psychologie (FKP)

Alle Artikel der FKP-Ausgaben ab Nummer 36 liegen uns digital vor. Sie werden nach und nach aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Artikel der älteren Ausgaben 35 und früher müssen auf Basis der gedruckten Hefte per Scan digitalisiert werden. Hier bemühen wir uns um Lösungen und nehmen gerne Unterstützungen an!

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Fünfter kritisch-psychologischer Salon

Mythos ‚Bindung‘ – vom Nutzen und von den Gefahren der Bindungstheorie für das Leben von Kindern und Erwachsenen

Plakat_Werkstatt_KP_A4Referentin: PD Dr. Gisela Ulmann

Zeit: Freitag, 13. November 2015, 19:30 bis 21:30 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

„Bindung“ wurde von Freud für eine besondere Beziehung zwischen Kind und Mutter  benutzt, Bowlby orientierte sich an Freud, um eine vertrauensvolle Beziehung zwischen einem Kind und den Personen, die es „bemuttern“, zu kennzeichnen – die ein Leben lang anhalten kann. Meine These ist, dass der Begriff erst ab 1977 in die mainstream-Psychologie Eingang fand – als das Ehescheidungsgesetz in Deutschland geändert wurde: Das Schuldprinzip wurde durch das Zerrüttungsprinzip abgelöst – die Kinder konnten so nicht mehr dem/der Unschuldigen zugewiesen werden, sondern – so das Gesetz – einem der Partner, wobei die Bindungen des Kindes zu berücksichtigen sind. Psychologische Gutachter sahen sich veranlasst, sich mit diesen psychoanalytischen Theorien zu befassen. Obwohl kurze Zeit später das gemeinsame Sorgerecht zum Regelfall wurde, wurde Bindung zum Mythos – und ihre Qualität für alles Mögliche, von Kriminalität bis Genialität, verantwortlich gemacht. Dabei geriet die Besonderheit einer Beziehung, vertrauensvoll zu sein, außer Acht. Dass Bowlby sich dafür einsetzte, dass bemutternde Personen verlässlich sein sollten, ist zum Nutzen der Kinder. Dass aber die Qualität frühkindlicher Beziehungen zu den Eltern lebenslang schicksalhaft wirken würde, sehe ich als eine gefährliche und unbelegte Theorie.

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Schriften VI: Kritische Psychologie als Subjektwissenschaft

Marxistische Begründung der Kritischen Psychologie

Klaus Holzkamp

holzkampschriftenviDie Texte dieses Bandes schließen an die mit Holzkamps Buch Sinnliche Erkenntnis (1973) eröffnete Reihe historischer Analysen zu Wahrnehmung, Bewusstsein, Denken, Intelligenz und Motivation und die damit erreichte erkenntnistheoretische und methodologisch reflektierte Wissensbasis an. Holzkamp begründet hier den paradigmatischen Anspruch Kritischer Psychologie, die Einzelwissenschaft Psychologie im Rahmen und mit den Erkenntnismitteln des wissenschaftlichen Sozialismus weiterzuentwickeln. Diese positive Wendung radikaler Wissenschaftskritik zu kritischer Wissenschaft behauptet er gegen Positionen, die – gleichfalls unter Berufung auf marxistische Theorie – eine solche Ausbauperspektive für verfehlt oder unmöglich erklärten. Die praktische Relevanz einer solchen kritischen Psychologie für die Daseinsbewältigung wird an Beispielen von Kunst und Therapie verdeutlicht, ebenso die Schlüsselfunktion der kritisch-psychologischen Erkenntnismethode für die systematische Durchdringung der eigenen Lebensführung im Hinblick auf ihre Eingebundenheit in die bestehenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Weitere Texte dokumentieren den unauflöslichen Zusammenhang zwischen wissenschaftlichem und politischem Engagement des Forschers Klaus Holzkamp. Sie veranschaulichen die Erkenntnis, dass zur Entwicklung kritischer Psychologie immer auch der Kampf um die Bedingungen gehört, die ihre Anwendung ermöglichen. Lesen fortsetzen

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Vierter kritisch-psychologischer Salon

Zur Konjunktur von Kontroll- & Sanktionierungspraxen in der Sozialen Arbeit: Überlegungen zu einer subjektwissenschaftlichen Perspektive

Plakat_Werkstatt_KP_A4Referentin: Prof. Dr. Ulrike Eichinger

Zeit: Freitag, 11. September 2015, 19:30 bis 21:30 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

In der Sozialen Arbeit wird seit einiger Zeit von einem sogenannten punitiven Trend bzw. von einer Konjunktur von Kontroll- und Sanktionierungspraxen gesprochen. Im Rahmen der Veranstaltung werden exemplarisch einschlägige Studien vorgestellt, um sich der Frage anzunähern, wie ein subjektwissen-schaftlicher Zugang bzgl. der Thematik angelegt sein könnte. Es werden erste konzeptionelle Überlegungen für ein Praxisforschungsprojekt zur Diskussion gestellt, mit denen die Vielfalt von Bedeutungsdimensionen (z.B. Biographie, Studium, Organisation, in der gearbeitet wird) in den Orientierungsprozessen von Professionellen in der Sozialen Arbeit in den Blick genommen werden sollen, um (Selbst-)Klärungsprozesse bzgl. naheliegender und alternativer Praxen zu unterstützen.

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Dritter kritisch-psychologischer Salon

Wie können Lehrende Kindern mit Lernschwierigkeiten nützen? Probleme beim Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen

Plakat_Werkstatt_KP_A4Referent: Lorenz Huck

Zeit: Freitag, 10. Juli 2015, 19:30 bis 21:30 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Längst nicht alle Kinder und Jugendlichen lernen in der Schule (richtig) Schreiben, Lesen und Rechnen. Diejenigen, die es nicht tun, sind dadurch in aller Regel auch im Alltag stark eingeschränkt: Sie können z.B. einen Liebesbrief schreiben, keine Spielanleitung vorlesen oder nicht alleine einkaufen gehen. Sind Lernschwierigkeiten auf die Kulturtechniken begrenzt, so kann man die Diagnose einer „Lese-Rechtschreib-Störung“ oder „Rechenstörung“ stellen und den betroffenen Kindern und Jugendlichen im Rahmen einer „integrativen Lerntherapie“ helfen, die aus Mitteln der Jugendhilfe finanziert wird. In dieser Hilfeform versucht man, Wissen und Verfahren aus der Psychotherapie und Fachdidaktik zu nutzen. Welche Rolle in diesem Kontext subjektwissenschaftliche Überlegungen spielen können, welche Möglichkeiten Lerntherapie bietet und welchen Behinderungen sie gegenüber steht, soll in der Veranstaltung diskutiert werden.

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Zweiter kritisch-psychologischer Salon

Was ist Romantik? Zur kritischen Aneignung von Psychologiegeschichte

Plakat_Werkstatt_KP_A4Referent: Sascha Frank

Zeit: Freitag, 12. Juni 2015, 19:30 bis 21:30 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Romantik wird gern als unterlegenes Gegenbild zur Wissenschaftlichkeit aufgerufen. Dennoch hat sich die damalige Intellektuellenbewegung über die letzten zwei Jahrhunderte zu einem allgemeinen Denkprinzip verstetigt. Angetreten für eine Aufklärung der Aufklärung, schlug sie wiederholt um in Antiaufklärung. Zu ihren Leitmotiven zählen Subjektivität, Einzigartigkeit und Sinnlichkeit. Seit jeher resultiert daraus ein Interesse an den psychologischen Wissenschaften. Bis heute prägen romantische Einstellungen die Erwartungshaltungen an das Fach. Wo verbindet sich die Geschichte der Romantik mit der Geschichte der Mainstream-Psychologie und der der Kritischen Psychologie?

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Erster kritisch-psychologischer Salon

Steuert Sprache unser Denken und Handeln? Politik, Linguistik und Psychologie im Leitfaden „Was tun? Sprachhandeln – aber wie?“

Plakat_Werkstatt_KP_A4Referent: Dr. Michael Zander

Zeit: Freitag, 13. März 2015, 19:30 bis 21:30 Uhr
Ort: Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Die Thesen von Lann Hornscheidt (HU Berlin) zur Schaffung einer geschlechtergerechten Sprache wurden 2014 in der Presse – abgesehen von Diffamierungen seitens der radikalen Rechten – kontrovers, aber sachlich diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Genderung per „X“. Übersehen wurde, dass derartige Vorschläge eingebettet sind in eine umfassende Theorie sprachlicher Diskriminierung, nicht nur in Bezug auf Gender, sondern z.B. auch auf Behinderung. Der Vortrag analysiert die Prämissen des z.T. psychologisch argumentierenden Sprachleitfadens „Was tun?“. Hinterfragt wird die Annahme eines deterministischen Zusammenhangs zwischen Sprache, Denken und Handeln. Ein in der linken Szene zunehmender Gebrauch quasi-psychologischer Begriffe (aktives Zuhören, Trigger-Warnung, awareness etc.) scheint auf ähnlichen Voraussetzungen zu beruhen wie die genannte Theorie.

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