Drogenkonsum als begründete Handlung

Christoph Vandreier

vandreier-drogenkonsumProblematischer Drogenkonsum wird nach wie vor häufig als “Krankheit” oder “Sucht” aufgefasst, deren Ursachen vor allem im einzelnen Individuum zu suchen sind. Der Autor entwirft demgegenüber ein Verständnis von Drogenkonsum als begründeter Handlung. Damit wird der Blick weg von individuellen Defiziten auf die problematischen Bedingungen gelenkt, die dem Konsum zugrunde liegen. In fünf Portraits nähert sich der Autor den Lebensbedingungen der Betroffenen und zeigt, wie sie mit dem Konsum von Drogen verknüpft sind. Dabei werden problematische gesellschaftliche Strukturen herausgearbeitet, in denen der Gebrauch psychoaktiver Substanzen verständlich und sinnvoll erscheinen kann. Der veränderte Blick auf die eigene Problemlage wird ebenso beschrieben, wie alternative Umgangsweisen. Einzigartig im Bereich der Drogenarbeit ist die enge Zusammenarbeit mit den Betroffenen bei der Erstellung der Portraits. Indem sie in alle Schritte der Arbeit eingebunden waren, sie kritisieren und verändern konnten, entstand ein authentisches und sensibles Bild ihrer Probleme, das auch gleich wieder in der Praxis erprobt werden konnte. Das Ergebnis ist nicht nur eine lohnende Lektüre für alle professionellen Drogenhelfer, sondern kann auch Betroffenen und Angehörigen neue Perspektiven eröffnen.

Christoph Vandreier ist Gründungsvorsitzender des Subjektorientierte Drogenhilfe e.V. und arbeitete in verschiedenen abstinenz- wie akzeptanzorientierten Projekten der Drogenhilfe. 2012 promovierte er an der FU Berlin zum Thema “Drogenkonsum als begründete Handlung”.

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Soziale Arbeit

Reihe: texte kritische psychologie

Ulrike Eichinger & Klaus Weber (Hrsg.)

eichinger-weber_soziale-arbeitDie Kritische Psychologie bezieht Position für emanzipatorische gesellschaftliche Veründerungen und gegen eine herrschaftsförmige Praxis, die über Subjekte spricht statt mit ihnen. Diesem Band geht es um die Schärfung kritischer Selbstverständnisse in der Sozialen Arbeit. Er enthält gesellschaftsanalytische Beiträge u.a. zu Individualisierungstendenzen, widersprüchlichen gesellschaftlichen Anforderungen sowie Kapitalismus als Rahmenbedingung Sozialer Arbeit. Behandelt werden aktuelle Theoriestränge und Methoden der Sozialen Arbeit: die Herausforderungen Lebensweltbezogener Sozialer Arbeit, die Paradigmenvielfalt in der Sozialen Arbeit, politische Bildung, die Leerstellen von bewältigungs- und ressourcenorientierten Ansätzen und die Kritische Psychologie als Vermittlungstheorie.

Außerdem: Praxisforschung und -entwicklung anhand konkreter Themen wie individuelle Hilfeplanung, kritische NutzerInnenforschung und Interessensvertretung in der Sozialen Arbeit.

Das Buch ist beim Argument-Verlag erschienen und kann dort auch für 9,90 Euro bestellt werden.

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Das Rätsel des Unbewussten. Annäherungen aus kritisch-psychologischer Perspektive

Diskussionsveranstaltung der GsFP mit Christian Küpper

Zeit: Freitag, 14. Juni 2013, 19 Uhr.
Ort: Silberlaube der FU Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Raum KL 24/222

In der gesellschaftlichen Rede über das Unbewusste verschaffen sich vielfältigste Phantasien Geltung. Zwischen Mythologisierung und Leugnung drängen schillernde Begriffe wie Geheimnis, Tabu, das Fremde, Sehnsucht und Angst an die Oberfläche und konstituieren einen überdeterminierten Bedeutungsraum. Dies lässt selbstverständlich auch emanzipatorisch intendierte Einlassungen nicht unberührt. Deren Motivation gründet im Wesentlichen in zwei Phänomenen: Ausgehend von der Kritik gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse wird einerseits gefragt, wie Einzelne in diese Verhältnisse eingebunden sind, wie sie sich mit diesen arrangieren, diesen gar ihre scheinbar vorbehaltlose Zustimmung erteilen. Von Interesse ist hier insbesondere die auf Verinnerlichungsprozesse von Herrschaft rekurrierende Beantwortungsperspektive, die ein je nach theoretischer Provenienz ausbuchstabiertes Konzept des Unbewussten bemüht. Andererseits rückt ein wie auch immer bestimmtes Unbewusstes ins Zentrum der Aufmerksamkeit in Anbetracht der verschiedenen Ausdrucksformen psychischen Leidens der Einzelnen.

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Unmittelbarkeit. Kritik und Brechung der Gestalttherapie

Sylvia Siegel

siegel_2013_unmittelbarkeitTherapieansätze stehen in dem Widerspruch, auf der einen Seite Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen bzw. sie funktionstüchtig zu machen, aber dies zugleich in einem ‘menschenfeindlichen’ gesellschaftlichen Kontext tun zu müssen, der in der Begrenztheit eines therapeutischen Settings nicht Gegenstand von Veränderung sein kann. Dieses Setting legt ein Denken und Verhandeln von (psychischen) Konflikten in der ‘Umittelbarkeit’ nahe, um die gesellschaftlich vermittelten Probleme dennoch ‘bearbeitbar’ zu machen.

Sylvia Siegel untersucht in ihrem Werk die Entwicklung der Gestalttherapie und wie von dieser die gesellschaftliche Vermitteltheit menschlicher Existenz thematisiert wird. Die Autorin, selbst Gestalttherapeutin, setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie eine Durchbrechung der ‘Unmittelbarkeit’ in der Gestalttherapie möglich ist.

Das Buch ist im Argument Verlag (ISBN 978-3-88619-733-0) erschienen und kostet 23 €.

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