Arbeit — Humanität — Persönlichkeit

Eine Antwort auf Jantzen und Messmann/Rückriem

Artikel von Karl-Heinz Braun in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Dokumentation – Vorbemerkung

Der folgende Beitrag von Karl-Heinz Braun, in welchem er Argumente gegen die Kritische Psychologie, die von Jantzen (H. 9/1984) und Messmann/Rückriem (H. 1/1985) in der Zeitschrift »Demokratische Erziehung« (DE) formuliert wurden, auf ihre Stichhaltigkeit prüft, war zunächst von der DE-Reaktion zur Veröffentlichung angenommen, dann aber, nach mannigfachem Hin und Her, viele Monate später plötzlich abgelehnt worden. Begründung: Der Text sei pädagogisch nicht relevant genug und zu viel Zeit sei verstrichen. Die Merkwürdigkeit dieser Begründung (schließlich war die Thematik der beiden von DE veröffentlichten Aufsätze die gleiche, und an der Verzögerung der Publikation trägt die DE selbst die Schuld) wird noch unterstrichen durch den Umstand, daß sowohl Jantzen wie Rückriem zu den Herausgebern der DE gehören: Hätten sie nicht dafür sorgen müssen, daß die Veröffentlichung der Replik auf ihre eigene Kritik in der DE nicht unterdrückt wird? — Offenkundig bleibt uns keine andere Wahl als (trotz aller »räumlichen« und zeitlichen Entfernungen) Karl-Heinz Brauns Auseinandersetzung mit Jantzen und Messmann/Rückriem nunmehr im »Forum« zu dokumentieren. — Wir werden versuchen, in einem Leserbrief die Leser der DE darauf hinzuweisen. Unseren Lesern mögen (trotz der irregulären Publikationsbedingungen) bei Kenntnisnahme der Braunschen Argumentation bestimmte Strukturen von Einwänden mit marxistischem Anspruch gegen die Kritische Psychologie deutlicher werden.

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Arbeiterbiographieforschung. Erwartungen an Oral History und Sozio-Biographie

Artikel von Wilfried Deppe in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Zusammenfassung

Ähnlich wie in der Kritischen Psychologie gibt es auch in Geschichtswissenschaft und Industriesoziologie Ansätze einer »neuen Subjektivität«. Der vorliegende Beitrag erläutert die gemeinsamen forschungsmotivationalen Hintergründe von Historikern und Soziologen, die sich seit den 70iger Jahren mit Alltagsleben und Lebensgeschichte von Arbeitern befaßt haben. Gleichzeitig wird aufgezeigt, daß »soziobiographische« Arbeiterforschung ein Konzept »kollektiver Subjektivität« vertritt. Damit unterscheidet sie sich von anderen Versuchen einer »Rehabilitierung der Subjektivität«, die der Gefahr unterliegen, mit ihrer weitgehenden Objektivismuskritik und Subjektgläubigkeit den gemeinsamen klassen- und schichtspezifischen Erfahrungshintergrund von Arbeiterleben aus den Augen zu verlieren und gleichzeitig einer antiwissenschaftlichen Tendenz den Weg bereiten, die den Anspruch auf Verallgemeinerung nicht mehr stellt und sich mit der Darbietung von Einzelfällen begnügt, »die nichts anderes sein wollen als besondere Fälle«.

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Arbeiterbiographieforschung. Erkundungen im Problemgelände

Artikel von Friedhelm Kröll in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Zusammenfassung

Der Beitrag sondiert und referiert im Aufriß gesellschaftliche, ideologische und wissenschaftsdisziplinäre Zusammenhänge, worin »Arbeiterbiographieforschung« seit etwa der ersten Hälfte der siebziger Jahre in der Bundesrepublik reaktualisiert und teilweise neuartig thematisiert worden ist. Zunächst wird der Versuch seiner skizzenhaften zeitgeschichtlichen Ortsbestimmung und Rekonstruktion der »biographischen Wende« in den Sozial- und Kulturwissenschaften unternommen. Sodann werden einige Hauptfelder und Entwicklungslinien des Problemgeländes »Arbeiterbiographieforschung«, darunter Oral History und Soziobiographie, unter Einblendung wissenschaftshistorischer Bezüge vor- und zur weiteren Diskussion gestellt.

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Die Arbeit in der Familienfürsorge und als Familienhelferin

Oder: 18 Stunden Plauderton

Artikel von Sabine Katinka Beber und Steffen Osterkamp in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Zusammenfassung

Der Aufsatz ist der Versuch eines gemeinsamen Praxisporträts von Sozialarbeiter und Familienhelferin anhand eines konkreten Beispiels, Zunächst berichtet der Sozialarbeiter über die Entwicklung der Familie und seiner Kontakte zu ihr, sowie über seine Gründe für einen Familienhelfereinsatz. Anschließend stellt die Familienhelferin ca. das erste dreiviertel Jahr des Einsatzes dar. Wir versuchen dabei, in dem Bericht die Schwierigkeiten herauszuarbeiten, sich realistische Ziele in der Sozialarbeit zu setzen und nicht zum Objekt seiner Klienten zu werden. Gleichzeitig reflektieren wir die Gebundenheit unserer psychischen Verarbeitungsformen an unsere jeweiligen Arbeitsbedingungen und die ebenfalls aus den unterschiedlichen Bedingungen erwachsenden Handlungsmöglichkeiten. Eine wichtige Rolle spielen dabei unsere Probleme, einen Zugang zu den Mitgliedern der Familie zu finden, Eingriffspunkte zu erkennen und Widersprüche zu bewegen, wobei es sich als besonders dramatisch herausstellte, die so entstehenden oder verschärften Konflikte auszuhalten. Hierbei unterstützten wir uns durch die Entwicklung einer sonst unüblichen Kooperation zwischen Sozialarbeiter und Familienhelfer.

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Beratung von Jugendlichen im »Berufsfindungsprozeß« unter dem Vorzeichen drohender Arbeitslosigkeit

Artikel von Dorothee Unger in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Zusammenfassung

Ausgehend von meiner Praxis als Jugendberaterin unter Bedingungen hoher Jugendarbeitslosigkeit versuche ich, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die jenseits von Resignation oder Illusion liegen in der entwicklungsbegleitenden Beratung von Arbeiterjugendlichen im Prozeß der Berufsfindung. Dazu untersuche ich die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Lebensphase, um auf dieser Grundlage und mit Hilfe der Kategorien der Kritischen Psychologie Abwehr- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Konfliktsituationen in ihren Zusammenhängen zu begreifen. Daraus ergeben sich Handlungsmöglichkeiten für die Beratung, in der Jugendliche unterstützt werden können im Prozeß des stückweisen Begreifens und Realisierens ihrer jeweiligen Handlungs- und Lebensperspektiven.

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Arbeitslosigkeit: Zeithaben als Zeitverlust

Artikel von Corinna Ter-Nedden in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Zusammenfassung

Mit dem Ausschluß aus dem Arbeitsleben wird der Arbeitslose gravierend in seinen Handlungsmöglichkeiten beschränkt, was auch den Charakter seiner Zeit verändert. Indem sie sich nicht mehr als Arbeitszeit in Geld verwandeln läßt, verliert sie ihren Tauschwert und läßt sich zur Befriedigung grundlegender Bedürfnisse nur noch begrenzt verwenden. Zusätzlich werden die sinnvolle Verwendung der Zeit sowie die Entwicklung einer Zukunftsperspektive durch die Unkalkulierbarkeit des Endes der Arbeitslosigkeit und die dadurch gegebene »Zeitunsicherheit« erschwert bzw. blockiert.

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»Wirkung« oder Erfahrung der Arbeitslosigkeit

Widersprüche und Perspektiven psychologischer Arbeitslosenforschung

Artikel von Klaus Holzkamp in Forum Kritische Psychologie 18 (1986).

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Zusammenfassung

Anhand der Geschichte der Arbeitslosenforschung wird aufgewiesen, daß diese — mit zunehmender methodischer Verfeinerung im Sinne moderner empirischer Sozialforschung in immer steigendem Maße — die »Arbeitslosigkeit« als einheitliches gesellschaftliches Phänomen aus dem Auge verliert und so ihren Gegenstand einbüßt. Als Grund dafür wird die Fassung von Al. als »unabhängige Variable« herausgehoben und von da aus die Adäquatheit der Vorstellung der psychischen Verfassung des Arbeitslosen als »Wirkung« der Arbeitslosigkeit problematisiert. Dem wird das subjektwissenschaftliche Konzept der Arbeitslosigkeitserfahrung gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Forschungsansatz der verallgemeinerten Durchdringung des Verhältnisses zwischen blind-unmittelbarer Involviertheit in die Erfahrung der Arbeitslosigkeit und bewußtem »Verhalten« dazu wird an einigen Beispielen verdeutlicht.

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Forum Kritische Psychologie 18

Arbeitslosigkeit
Arbeiterbiographieforschung

Inhalt

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Ute Osterkamp
Zum Tode von Reinhard Opitz

Schwerpunkt Arbeitslosigkeit

Klaus Holzkamp
»Wirkung« oder Erfahrung der Arbeitslosigkeit — Widersprüche und Perspektiven psychologischer Arbeitslosenforschung

Corina Ter-Nedden
Arbeitslosigkeit: Zeithaben als Zeitverlust

Dorothee Unger
Beratung von Jugendlichen im »Berufsfindungsprozesß« unter dem Vorzeichen drohender Arbeitslosigkeit

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Sabine Katinka Beber und Steffen Osterkamp
Die Arbeit in der Familienfürsorge und als Familienhelferin. Oder: 18 Stunden Plauderton

Arbeiterbiographieforschung

Friedhelm Kröll
Arbeiterbiographieforschung. Erkundungen im Problemgelände

Wilfried Deppe
Arbeiterbiographieforschung. Erwartungen an Oral History und Sozio-Biographie

Dokumentation

Karl-Heinz Braun
Arbeit — Humanität — Persönlichkeit. Eine Antwort auf Jantzen und Messmann/Rückriem

Werkstattpapiere

Mai Wegener
Größenphantasien (aus der Perspektive von Kohuts Narzißmuskonzept)

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Bibliographie Kritische Psychologie (7)

Autorinnen und Autoren

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Forum Kritische Psychologie 17

Projekt SUFKI
Forschungsförderung
Psychologie in den USA
Ausländerfeindlichkeit

Inhalt

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Alfred Lorenzer
Zum Tod von Klaus Horn

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Charles Tolman
Materialismus und zeitgenössische Psychologie. Kritische Bemerkungen über einige reaktionäre Theorien

Volker Schurig
Das biologische Defizit der physiologischen Psychologie

Dokumentation

Projekt Subjektentwicklung in der frühen Kindheit (SUFKI)
»Subjektentwicklung in der frühen Kindheit«: Der Weg eines Forschungsprojekts in die Förderungsunwürdigkeit

Vorbemerkung

I. Feldstudie »Elternarbeit und frühkindliche Entwicklung« – Begründung eines Antrags auf eine Kleinförderung durch die DFG (Barbara Grüter)

Zwischenbemerkung (1) [Vgl. am Ende von I.]

II. Bericht an die DFG über den »Fortgang der Arbeiten« – Abschlußbericht im Rahmen der Kleinförderung (Klaus Holzkamp, Morus Markard, Gisela Ulmann)

III. Projekt »Subjektentwicklung in der frühen Kindheit« – Begründung eines Antrags auf Gewährung einer Sachbeihilfe durch die DFG (Morus Markard)

Zwischenbemerkung (2) [Vgl. am Anfang von IV.]

IV. Konzepte der methodischen Entwicklung des Projekts Subjektentwicklung in der frühen Kindheit – Ergänzung zum Antrag auf Gewährung einer Sachbeihilfe durch die DFG (Morus Markard)

Darstellung und Kommentierung der Gründe für die Ablehnung unseres Forschungsantrags durch die DFG.

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Volker Schurig
Anything goes. Wie funktioniert der Forschungsbetrieb?

Werkstattpapiere

Petra Wagner
Zur Problematik der Psychologisierung von Ausländerfeindlichkeit

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Autorinnen und Autoren

Rubrik: Neuerscheinungen | Tags: